Wir unterstützen Betroffene mit einer neuen digitalen Adipositas-Therapie (erhältlich als App auf Rezept) auf dem Weg in ein gesünderes Leben. Unser Programm begleitet tagtäglich und überall hin, hilft bei Hindernissen im Alltag und geht auf die individuellen Bedürfnisse jedes Einzelnen ein.

Definition Adipositas

Als Adipositas (lateinisch: adeps = Fett) wird starkes Übergewicht, auch Fettleibigkeit oder Fettsucht, bezeichnet. Adipositas gehört zu den chronischen Erkrankungen und ist in der internationalen statistischen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10-WHO) als „E66.-“ gelistet. Die Deutsche Adipositas Gesellschaft definiert Adipositas als eine über das normale Maß hinausgehende Ansammlung von Fettgewebe im Körper.

Ab wann gilt Übergewicht als Adipositas?

Um das Körpergewicht zu kategorisieren, wird der Körpermasseindex „BMI“ (Body-Mass-Index) verwendet. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht Adipositas ab einem BMI von 30. Der Index errechnet sich aus dem Gewicht und der Körpergröße.

BMI berechnen: Bist du von Adipositas betroffen?

Um den BMI zu errechnen, kann diese Formel verwendet werden:

Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat

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Beispiel: Eine Person mit einer Körpergröße von 170 cm und einem Gewicht von 90 Kilogramm hat einen BMI von 31 und gilt damit als adipös.

BMI-Klassifizierung der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

BMI Gewichtskategorie
unter 18,5 Untergewicht
18,5 bis 24,9 Normalgewicht
25 bis 29,9 Übergewicht oder Präadipositas
ab 30 Adipositas

Grade der Adipositas

BMI Adipositas-Grad
25 bis 29,9 Übergewicht oder Präadipositas
ab 30 Adipositas Grad I
ab 35 Adipositas Grad II
ab 40 Adipositas Grad III (Adipositas permagna)

Hier findest du weitere Informationen zu den Adipositas Graden.

Warum ist die Fettverteilung entscheidend?

Der BMI wird zur offiziellen Klassifikation des Gewichts nach ICD-10 verwendet. Für eine noch aussagekräftigere Einschätzung gibt es weitere Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Was zum Beispiel einen großen Einfluss auf das Krankheitsrisiko hat, jedoch in der BMI-Formel vernachlässigt wird, sind Faktoren wie Alter, Geschlecht, Muskel- und Fettmasse.

Bauchfett erhöht Krankheitsrisiko

Weiterhin beeinflusst nicht nur der Anteil des Körperfetts, sondern auch die individuelle Fettverteilung das Krankheitsrisiko maßgeblich. Lagert sich das Fett vermehrt im Bauchraum an, ist das Risiko für kardiovaskuläre und metabolische Erkrankungen deutlich höher.

Der Grund dafür: Das sogenannte viszerale Fett, das sich um die Bauchorgane sammelt, ist kein passives Gewebe, sondern vielmehr ein Organ mit aktivem Stoffwechsel. Es produziert entzündungsfördernde Stoffe und Hormone, die Störungen im Stoffwechsel verursachen und das Risiko für eine Reihe von Krankheiten erhöhen. Das subkutanes Fett, das direkt unter Haut an Beinen, Po und Hüften sitzt, hat diese Eigenschaften nicht und ist damit weniger gesundheitsschädlich.

Adipositas: Apfel- und Birnentyp

Menschen mit Adipositas, die dem „Apfeltyp“ (androide Adipositas) entsprechen, die also Fettzellen viszeral, im Bauch um die Organe ansammeln, sind daher vermehrt von Folgeerkrankungen betroffen als diejenigen, die dem „Birnentyp“ (gynoide Adipositas) entsprechen. Bei ihnen sitzt das Fett subkutan, also gut verteilt unter der Haut.

Um das Risiko für Folgeerkrankungen durch Adipositas besser beurteilen zu können, wird daher neben dem BMI auch die Waist-to-hip-Ratio (Taille-Hüft-Quotient) hinzugezogen. Dabei misst man den Taillenumfang in Zentimetern ohne Kleidung im Stehen in Nabelhöhe. Dieser Wert wird geteilt durch den Hüftumfang in Zentimetern, welcher erfasst wird, indem man den Umfang an der breitesten Stelle der Hüfte misst. Dadurch gibt die Waist-to-hip-Ratio einen Hinweis darauf, wie viel viszerales Fett sich im Bauchraum sammelt. So ergänzt sie die Aussage des BMI: Bei erhöhtem BMI hat die Bestimmung der Waist-to-Hip-Ratio für die Risikoeinschätzung des Übergewichts besondere Bedeutung.

Einteilung der Adipositas anhand der Waist-to-Hip-Ratio

abdominale Adipositas intermediärer Typ periphere Adipositas
Männer 0,95 0,8 – 0,94 0,8
Frauen > 0,8 0,7 – 0,79 0,7

Abdominale Adipositas = “Apfelform” (Hüftumfang < Taillenumfang)

Periphere Adipositas = “Birnenform” (Hüftumfang > Taillenumfang)

Einteilung des Risikos für Adipositas-assoziierte metabolische Erkrankungen anhand des Taillenumfangs

erhöht deutlich erhöht
Männer ≥ 94 cm ≥ 102 cm
Frauen ≥ 80 cm ≥ 88 cm

 

Wie entsteht Adipositas?

Adipositas entsteht durch eine andauernde positive Energiebilanz. Wenn dem Körper genau die Menge an Energie (Kalorien) zugeführt wird, die er für seine tägliche Arbeit benötigt, wird das Gewicht gehalten. Wichtig: Hierbei kommt es nicht auf den einzelnen Tag an. Sinnvoller ist es, die Bilanz einer Woche zu betrachten.

Ursachen von Adipositas

Wird dem Körper über einen längeren Zeitraum mehr Energie zugeführt, als er benötigt, speichert er diese in seinen Fettzellen. So entsteht Übergewicht und auf Dauer Adipositas.

Positive Energiebilanz führt zu Adipositas

In der Regel ist für die positive Energiebilanz eine zu hohe Energieaufnahme durch hochkalorische Lebensmittel, und ein gleichzeitig zu geringer Verbrauch durch unzureichende Bewegung verantwortlich. Es gibt jedoch noch weitere Faktoren, die zur Entstehung von Adipositas beitragen können.

Faktoren, die zur Entstehung von Adipositas beitragen können

  • energiereiche Ernährung, ungünstiges Essverhalten
  • genetische Disposition (u.a. für geringen Grundumsatz und Bauchfett, „Apfeltyp“)
  • Mangel an Bewegung
  • Stress (fördert Bauchfett)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Cushing
  • Binge-Eating-Störung
  • Medikamente wie Psychopharmaka, Cortison und Antiepileptika

 Worunter leiden Betroffene?

Je höher das Gewicht, desto stärker spüren adipöse Menschen die Auswirkungen. Viele leiden nicht nur körperlich, sondern auch psychisch unter den Folgen.

Direkt spürbare Folgen von Adipositas

  •     verminderte Leistungsfähigkeit
  •     eingeschränkte Beweglichkeit
  •     schnelles Ermüden und Kurzatmigkeit
  •     starkes Schwitzen (Hyperhidrosis)
  •     Reflux (Sodbrennen)
  •     gedrückte Stimmung bis hin zu Depressionen

Zu den direkt spürbaren Symptomen kommen, je nachdem wie lange das Gewicht besteht, auch Folgeerkrankungen hinzu. Die gute Nachricht: Mit einer Gewichtsabnahme verbessern sich viele dieser Erkrankungen – manche verschwinden sogar vollständig.

Folge- und Begleiterkrankungen von Adipositas

  •     Gelenkverschleiß (Arthrose)
  •     Bluthochdruck (Hypertonie)
  •     Gefäßverkalkung (Arteriosklerose)
  •     Herz-Kreislauf-Erkrankungen u.a. koronare Herzkrankheit, erhöhte Blutfettwerte, Schlaganfall, Herzinfarkt
  •     Fettleber
  •     Gicht (Hyperurikämie)
  •     Insulinresistenz und Diabetes Typ 2

Hier erfährst du mehr zu den Folgeerkrankungen von Adipositas.

Wie wird eine Adipositas behandelt?

Das Ziel der Adipositas Behandlung ist eine dauerhafte Reduzierung des Gewichts beziehungsweise des Körperfetts. Diese bringt den Stoffwechsel wieder ins Lot und wirkt sich zudem positiv auf entstandene Folgeerkrankungen aus.

Diäten, (Artikel zu Diäten verlinken) die eine kurzfristige Gewichtsabnahme bewirken, sind in der Regel nicht erfolgreich. Die Restriktionen, die zum Gewichtsverlust führen, können meist nur über einen kurzen Zeitraum eingehalten werden und führen somit keine nachhaltigen Verhaltensänderungen herbei.

Ganzheitliche Adipositas-Therapie

Um das Gewicht nachhaltig zu reduzieren, sind Veränderungen des Lebensstils notwendig. Neben einer professionellen Ernährungstherapie, sind Bewegungs- und Verhaltenstherapie die entscheidenden Komponenten der Behandlung. zanadio unterstützt mit einer App für Adipositas-Patient:innen, die auf der etablierten, konservativen Adipositas-Therapie basiert, effektiv und nachhaltig Gewicht zu verlieren.

Ernährungs-Therapie bei Adipositas

Das Ziel der Ernährungs-Therapie ist eine individuell passende, gesunde Ernährungsumstellung. Betroffene lernen nicht nur, wie sie gesunde Mahlzeiten zusammenstellen, sondern auch wie sie ihr Essverhalten positiv verändern können. Das heißt, es geht nicht nur darum, was sie essen, sondern auch wie sie essen, wann und warum.

Verhaltens-Therapie bei Adipositas

Vor allem bei dem letzteren Punkt, setzt die Verhaltens-Therapie an. Hier können adipöse Menschen etwa Strategien erlernen, um mit dem Drang nach Essen in emotionalen Situationen umzugehen. Sie lernen Handlungsalternativen kennen und erhalten Unterstützung beim Erreichen ihrer Ziele.

Bewegungs-Therapie bei Adipositas

Das Bewegungsverhalten ist bei der Behandlung von Adipositas beinahe genauso wichtig, wie das Essverhalten. Je mehr man sich bewegt, desto höher ist der Energieverbrauch. Regelmäßige Bewegung trägt dazu bei, das verlorene Gewicht dauerhaft zu halten.

Für adipöse Menschen sind zunächst gelenkschonende Bewegungen und Sportarten wie Radfahren, Nordic Walking und Schwimmen empfehlenswert. Moderates Krafttraining hilft, die Muskelmasse bei der Gewichtsabnahme zu erhalten beziehungsweise zu fördern.