Was ist das Metabolische Syndrom?

Mediziner:innen bezeichnen das Metabolische Syndrom auch als Metabolisch-Vaskuläres Syndrom oder Syndrom X. Umgangssprachlich wird es auch als „Tödliches Quartett“ bezeichnet. Expert:innen schätzen, dass etwa 15 Millionen Menschen in Deutschland davon betroffen sind.

„Tödliches Quartett“:

Folgende Krankheitsbilder beziehungsweise Symptome treten beim Metabolischen Syndrom gemeinsam auf: 

  •     Adipositas (starkes Übergewicht)
  •     Bluthochdruck
  •     Fettstoffwechselstörung, vor allem erhöhte Triglyceride
  •     Insulinresistenz beziehungsweise gestörte Glukosetoleranz (= die Vorstufe von Diabetes Typ 2)

Die Definition des Syndroms X wurde in den letzten Jahren immer wieder leicht verändert. Einen offiziell gültigen ICD-10-Code, (ICD = “International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems”), der Code mit dem Diagnosen international klassifiziert werden, gibt es bisher nicht. Das heißt, das Metabolische Syndrom ist noch nicht international einheitlich definiert.

Wie wird das Metabolische Syndrom diagnostiziert?

Um das Metabolische Syndrom zu diagnostizieren, sind die Erfassung des allgemeinen Gesundheitszustandes, Blutuntersuchungen im Labor und körperliche Untersuchungen, wie die Messung des Blutdrucks und des Taillenumfangs, notwendig.

Laut der amerikanischen Gesellschaft für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (American Heart Association) müssen mindestens drei dieser fünf Risikofaktoren vorliegen, damit die Diagnose „Metabolisches Syndrom“ zutrifft:

  • erhöhter Taillenumfang:
    > 102 cm bei Männern
    > 88 cm bei Frauen
  • erhöhte Triglyzeride (eine bestimmte Art von Blutfetten): > 150 mg/dl oder bestehende Einnahme von Medikamenten zur Blutfettsenkung
  • zu niedriges HDL-Cholesterin:
    < 40 mg/dl (= Milligramm pro Deziliter) bei Männern
    < 50 mg/dl bei Frauen
  • erhöhter Blutdruck:
    oberer Wert > 130 mmHg und unterer Wert > 85 mmHg (= Millimeter-Quecksilbersäule) oder Einnahme von blutdrucksenkenden Mitteln
  • erhöhte Nüchternblutzuckerwerte: > 100 mg/dl oder Vorliegen eines Diabetes Typ 2

Werte selbst ermitteln

Um einen ersten Hinweis zu bekommen, kannst du die Körpermessungen selbst vornehmen. Der Taillenumfang kann Aufschluss über das Gewicht und vor allem das vorhandene Bauchfett geben. Ebenso kann auch ein erhöhter Body-Mass-Index, kurz BMI, in Kombination mit einem erhöhten Taillen-Hüft-Quotienten (englisch: „Waist-Hip-Ratio“, kurz WHR) auf die Möglichkeit des Metabolischen Syndroms hinweisen. Um diese Werte zu ermitteln und so herauszufinden, ob dein Gewicht im Bereich der Adipositas liegt, nutze unseren BMI-Rechner sowie den WHR-Rechner.

Ärzt:innen stellen Diagnose

Deinen Blutdruck können Ärzte und Ärztinnen messen. Auch die Blutfettwerte und den Blutzucker werden in Hausarztpraxen, gastroenterologischen sowie internistischen Praxen ermittelt. Dort können Ärzt:innen anhand aller erforderlichen Werte herausfinden, ob du vom Metabolischen Syndrom betroffen bist und eine Diagnose stellen.

Wie entsteht das Metabolische Syndrom?

Das Metabolische Syndrom entsteht, genau wie Adipositas, hauptsächlich durch den modernen, westlichen Lebensstil, das heißt falsche Ernährung und zu wenig Bewegung. Gefährdet sind vor allem Menschen, die vornehmlich am Bauch zunehmen.

Zu viele Kalorien, zu wenig Verbrauch

Genau genommen entwickelt sich das Syndrom X durch eine dauerhaft positive Energiebilanz. Das heißt der Körper bekommt mehr Kalorien, als er durch Bewegung verbraucht. So speichert er mit der Zeit immer mehr Energie in Form von Körperfett und der Stoffwechsel gerät aus dem Ruder.

Faktoren, die zur Entstehung des Metabolischen Syndroms beitragen:

  • kohlenhydrat- und fettreiche Ernährung
  • viele hochverarbeitete Produkte, wie Chips, Fertiggerichte wie Pizza, Süßigkeiten und wenig natürliche Lebensmittel
  • Bewegungsmangel
  • dauerhafter Stress
  • Rauchen
  • Stoffwechselerkrankungen wie Schilddrüsenunterfunktion oder Morbus Cushing
  • genetische Disposition (u.a. für geringen Grundumsatz und Bauchfett)
  • Binge-Eating-Störung

Wie kann man das Metabolische Syndrom behandeln?

Im Grunde genommen gilt für die Therapie des Metabolischen Syndroms dasselbe wie für die Adipositas-Therapie. Der entscheidende Faktor zur Behandlung ist die Gewichtsabnahme. Mit der passenden Ernährung und mehr Bewegung kann sich der Blutdruck normalisieren, die Insulinsensitivität wird verbessert und das Bauchfett weniger. Ist der Blutdruck noch zu hoch, sind Medikamente zur Senkung notwendig. Das Gewicht zu reduzieren ist auf Dauer am besten mit einer Ernährungsumstellung möglich.

Hilfe bei der Ernährungsumstellung

Deine Ernährung dauerhaft so zu gestalten, dass sie gesund ist, du zunächst abnimmst und dann dein Gewicht hältst, ist alleine oft schwer. Besser gelingt es, mit der passenden Unterstützung.

Abnehmprogramm auf Rezept

Um das Gewicht dauerhaft zu reduzieren ist es notwendig, sein gesundheitsrelevantes Verhalten umzustellen und neue, gesunde Gewohnheiten in den Alltag zu integrieren. Hierbei kann zanadio unterstützen. Das Programm ist die erste digitale Adipositas-Therapie auf Rezept. Es umfasst die Bereiche Ernährung, Bewegung und Verhalten und begleitet individuell bei der gesunden Gewichtsreduktion. Bei einem BMI von 30 bis 40 ist die App eine hundertprozentige Kassenleistung.

Was sind die Folgen des Metabolischen Syndroms?

Etwa bei der Hälfte aller Betroffenen entstehen im Laufe des Lebens Folgeerkrankungen, vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Arteriosklerose („Gefäßverkalkung“), die Schlaganfall und Herzinfarkt zur Folge haben können.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes Typ 2

Jeder der vier Faktoren des tödlichen Quartetts – Adipositas, Bluthochdruck, hohe Blutzucker- und Blutfettwerte – steigert schon für sich das Risiko für Gefäßkrankheiten, gemeinsam fördern sie dieses umso mehr. Das Metabolische Syndrom begünstigt jedoch nicht nur Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sondern auch die Entstehung von Diabetes Typ 2.

Wie sind die Lebenserwartungen beim Metabolischen Syndrom?

Das Metabolische Syndrom beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität, sondern verkürzt auch die Lebenserwartung. Diese sinkt vor allem aufgrund von möglichen Folgeerkrankungen beziehungsweise Todesursachen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, und der allgemeinen körperlichen Belastung. Mit der passenden Behandlung, das heißt Gewichtsabnahme und mehr Bewegung, lässt sich auch dieses Risiko wieder normalisieren.