Selbsthilfegruppen bei Adipositas

Viele Adipositas-Betroffene versuchen ihre Erkrankung ohne Unterstützung zu bewältigen, weil sie den Eindruck haben, damit allein zu sein. Dabei betrifft Adipositas viele Menschen, die sich mit den speziellen Herausforderungen der Erkrankung gut auskennen. Selbsthilfegruppen bieten die Möglichkeit, genau diese Menschen zu treffen, und sich mit ihnen zu vernetzen.

Inhalte

Was passiert in einer Selbsthilfegruppe? 

Eine Selbsthilfegruppe, kurz SHG, besteht aus Menschen, die ein ähnliches Thema oder Problem haben, und sich dazu regelmäßig austauschen möchten. Sie sind privat oder durch spezielle Hilfezentren organisiert. Selbsthilfegruppen werden entweder von den Teilnehmenden selbst geleitet oder durch dafür ausgebildetes Personal einer Organisation durchgeführt. 

Selbsthilfegruppen sind unter anderem bei Betroffenen spezieller Erkrankungen beliebt, wie beispielsweise Adipositas, Diabetes, Rheuma oder psychischer Erkrankungen [1]. Grund dafür ist, dass Erkrankungen, wie Adipositas, mit speziellen Erfahrungen und Belastungen einhergehen, die Betroffene selbst meist am besten nachvollziehen können. 

Ersetzen Selbsthilfegruppen eine Therapie?

In Selbsthilfegruppen steht der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. Das Ziel ist also nicht, eine Therapie durchzuführen. Stattdessen wird über Erlebnisse in Bezug auf die Erkrankung und deren Bewältigung gesprochen. 

Eine Selbsthilfegruppe ersetzt also keine Therapie, kann aber eine Ergänzung dazu sein. Außerdem kann sie als Nachsorge nach einer Behandlung genutzt werden, um im Austausch mit Betroffenen zu bleiben. 

Adipositas Selbsthilfegruppen: Was wird besprochen?

Häufig bringen Mitglieder bestimmte Fragen und Themen zum Termin mit, die sie besprechen möchten. Das können zum Beispiel Schwierigkeiten im Umgang mit der Erkrankung sein oder Fragen, wie mit persönliche Belastungen umgegangen werden kann. Aber auch für Freizeitthemen ist hier Platz. 

Mögliche Themen eines Gruppentreffens sind:

  • Wie schaffen es andere, Bewegung in einer stressigen Woche zu integrieren?
  • Wie gehen die anderen damit um, wenn Adipositas als Erkrankung keine Anerkennung findet?
  • Was kochen andere, wenn es schnell gehen muss?
  • Wer kennt ein gutes Geschäft für Kleidung in großen Größen?
  • Haben die anderen Ideen, wie die nächste Familienfeier gesund gestaltet werden kann?
  • Wer möchte gemeinsam einen Pilates-Kurs ausprobieren? Oder nächstes Wochenende ein Fahrradtour zu machen?

In einigen Gruppen wird zu Beginn gemeinsam ein Diskussionsthema festgelegt, über das gesprochen wird. Ablauf und Struktur der Sitzungen können sich je nach Gruppe etwas unterscheiden. Die Teilnehmenden sind dabei diejenigen, die entscheiden, was in der Gruppe passiert und besprochen wird. 

Wobei helfen Adipositas Selbsthilfegruppen?

Verstanden und akzeptiert zu werden ist wichtig für unser Wohlbefinden, unsere Motivation und unser Selbstbewusstsein [2]. Da der Fokus in einer Selbsthilfegruppe auf Gemeinschaft und Austausch liegt, erleben viele dort genau solch ein gegenseitiges Verständnis. Der Kontakt zu Menschen, die ebenfalls von Adipositas betroffen sind, kann dabei ganz verschiedene positive Auswirkungen haben:

  • Akzeptanz: Sowohl Erfolge als auch Schwierigkeiten gehören zur Erkrankung. Das zu akzeptieren, ist viel leichter, wenn andere ähnliches berichten.
  • Gegenseitige Unterstützung: Eine Gemeinschaft kann stark machen, gegenseitig ermutigen, auffangen und zusammen Erfolge feiern. Ganz nach dem Motto: Du bist nicht allein.
  • Voneinander lernen: Tipps und Tricks austauschen und sich gegenseitig inspirieren.
  • Motivation zum Handeln schaffen und aufrechterhalten: Wenn wir etwas verändern möchten, brauchen wir mehr als das Wissen darüber, was zu tun ist. Wir brauchen auch Motivation. Austausch mit Gleichgesinnten und sozialer Rückhalt können helfen, motiviert zu bleiben oder Motivationstiefs zu überwinden [4]. 
  • Offene Gespräche im vertraulichen Rahmen: Was in Selbsthilfegruppen besprochen wird, bleibt auch dort. So können sehr persönliche Themen dort Platz finden. Du entscheidest, was und wie viel du teilen möchtest. 

Wo treffen sich Selbsthilfegruppen?

Selbsthilfegruppen gibt es in verschiedensten Formaten: Vor Ort oder online, in der Stadt oder im Dorf. Wer eine Adipositas Selbsthilfegruppe sucht, kann also bei der Wahl der Gruppe auch die eigenen Bedürfnisse mit einbeziehen. 

Gruppen vor Ort haben den Vorteil, dass bei Treffen ein unmittelbarer Kontakt besteht. Dies kann den Austausch und positive Gruppendynamiken erleichtern. Der Treffpunkt kann sehr unterschiedlich sein: Einige Gruppen finden in dafür vorgesehenen Räumlichkeiten statt, andere treffen sich regelmäßig in Cafés oder bei einem Mitglied zu Hause. Selbsthilfegruppen für Adipositas treffen sich häufig auch in Kliniken oder Adipositas-Zentren.

Online-Gruppen sind wiederum leichter in den Alltag zu integrieren, weil Anfahrtszeiten entfallen. Dies kann ein Vorteil sein, wenn zeitliche Ressourcen oder Mobilität begrenzt sind. Viele Adipositaszentren bieten mittlerweile auch Online-Gruppen an.

Wie finde ich eine Selbsthilfegruppe?

Selbsthilfegruppen für Menschen mit Adipositas treffen sich häufig in Adipositas Ambulanzen oder speziellen Adipositas Zentren. Über diese Stellen bekommst du Informationen zu Angeboten und Terminen. Deutschlandweite Übersichten über Adipositas Selbsthilfegruppen findest du auf den folgenden Internetseiten:

Du kannst aber auch “Adipositas Selbsthilfegruppe” + deine Stadt googeln. In fast jeder Stadt gibt es eine passende SHG. Gibt es doch kein Angebot in deiner Gegend, kannst du selbst aktiv werden und eine Selbsthilfegruppe gründen.

Eine Adipositas-Selbsthilfegruppe gründen

Natürlich kannst du beim Thema Selbsthilfegruppe auch selbst die Initiative ergreifen und eine eigene Gruppe gründen. Wichtig zu beachten ist dabei, dass dies eine höchst verantwortungsvolle Aufgabe ist. Du solltest dir vorab Gedanken über Ziele der Gruppe machen. Auch über die Aufgabenverteilung innerhalb der Gruppe solltest du dir am besten vorab überlegen und festlegen.

Es gibt zahlreiche Organisationen und Portale, die dich bei der Gründung einer Adipositas-SHG unterstützen und zum Teil auch Räumlichkeiten oder finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. Hier sind einige dieser Organisationen aufgeführt: 

  • Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS): deutschlandweit vorhandene, aber regional organisierte Wohltätigkeitsverbände oder Vereine, die bei der Gründung und Durchführung von sozialer und gesundheitlicher Selbsthilfe unterstützen und fördern. Diese unterstützen vor allem bei der Gründung neuer SHG, können aber auch bei der Suche einer geeigneten SHG helfen. 
  • Adipositasverband Deutschland e.V.: Dieser Verein unterstützt bei Fragen und Informationen zur Gründung einer eigenen Adipositas-SHG. Zusätzlich kann eine neue Gruppe hier in ein Verzeichnis aufgenommen werden, um die Suche nach weiteren Mitgliedern zu erleichtern
  • Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS): bundesweite Informations- und Vermittlungsstelle für Selbsthilfegruppen 

Quellen

[1] www.vfa-patientenportal.de

[2] www.dhs.de

[3] Verheijden, M. W., Bakx, J. C., van Weel, C., Koelen, M. A., & van Staveren, W. A. (2005). Role of social support in lifestyle-focused weight management interventions. European Journal of Clinical Nutrition, 59(S1), S179–S186

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