Pickwick-Syndrom: Ursachen, Folgen, Behandlung

Bei dem Pickwick-Syndrom handelt es sich um eine spezielle Form der obstruktiven Schlafapnoe – eine Atemschwäche, die sich vor allem nachts bemerkbar macht. Ausschließlich Menschen mit starkem Übergewicht (Adipositas) sind von dem Syndrom betroffen.
Man mit Übergwicht schläft

Was ist das Pickwick-Syndrom?

Bei Menschen mit starker Adipositas, vor allem Adipositas dritten Grades, kann es dazu kommen, dass die Atmung beeinträchtigt wird. In diesem Stadium kann das Fettgewebe im Brust-, Hals- und Bauchraum auf die Atemwege drücken und so eine normale Atmung stören. Viele Menschen mit Pickwick-Syndrom haben einen Body-Mass-Index von über 40.

Namensherkunft: Pickwick-Syndrom

Das sogenannte Pickwick-Syndrom verdankt seinen Namen einer Roman-Figur von Charles Dickens, dem übergewichtigen immer schlafenden Kutscher aus „Die Pickwickier“. Daneben ist die Einschränkung auch unter dem Namen Obesitas-Hypoventilationssyndrom (OHS) bekannt. Wie die ständig müde Romanfigur des weltberühmten Schriftstellers, sind auch Menschen mit Pickwick-Syndrom tagsüber von starker Müdigkeit betroffen. 

Kein Wunder, nachts finden sie keinen erholsamen Schlaf und tagsüber werden sie nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Der Grund: Durch das vermehrte Fettgewebe und den dadurch entstehenden Druck auf die Lunge und Atemwege entwickelt sich ein sogenanntes Hypoventilationssystem. Hier ist die Belüftung der Lunge vermindert, was sich negativ auf den Gasaustausch auswirkt. Das heißt, die Aufnahme von Sauerstoff ist zu gering und gleichzeitig verbleibt zu viel Kohlenstoffdioxid im Kreislauf. 

Welche Symptome deuten auf das Pickwick-Syndrom?

Da Menschen mit Pickwick-Syndrom in aller Regel von einer Adipositas im höheren Stadium betroffen sind, haben sie neben der Atemstörung oft weitere Folgeerkrankungen des Übergewichts, wie Bluthochdruck, Fettleber oder Metabolisches Syndrom. Klassische Symptome des Pickwick-Syndroms sind folgende:

  • erschwerte Atmung, vor allem nachts
  • zeitweise Atemaussetzer (Schlafapnoe)
  • Erhöhung des CO2-Gehaltes im Blut (Hyperkapnie)
  • Verminderung des Sauerstoffgehaltes im Blut (Hypoxie
  • Schnarchen
  • Schlafstörungen
  • starke Tagesmüdigkeit
  • Kopfschmerzen am Morgen, durch das vermehrte Kohlenstoffdioxid
  • depressive Verstimmungen
  • Polyglobulie (krankhafte Vermehrung der roten Blutkörperchen)
  • pulmonale (im Lungenkreislauf auftretende) Hypertonie und arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)

Wie wird das Pickwick-Syndrom diagnostiziert?

Eine Schilderung der Situation und Beschwerden kann meistens schon erste Hinweise geben. Wenn du etwa von starkem Übergewicht betroffen bist und unter Symptomen, wie Schlafstörungen, starker Müdigkeit und morgendlichen Kopfschmerzen leidest, könnte das Pickwick-Syndrom der Grund dafür sein.

Mediziner:innen machen zunächst eine ausführliche Anamnese, in der sie Symptome und Beschwerden erfassen, um so einen ersten Eindruck zu bekommen. Klarheit kann dann eine Blutgasanalyse bringen. Sie gibt Informationen darüber, wie die Gasverteilung im Blut aussieht, also das Verhältnis von Kohlendioxid und Sauerstoff. Dieses ist bei Menschen mit Pickwick-Syndrom unausgeglichen. Das heißt, der Sauerstoffgehalt ist vermindert und der Kohlenstoffdioxidgehalt erhöht.

Eine weitere Diagnosemethode ist der Lungenfunktionstest. Er zeigt, wie groß das Volumen der Lunge ist und ob sie den Körper optimal versorgen kann. 

Behandlung des Pickwick-Syndroms

Wenn du Anzeichen des Pickwick-Syndroms feststellst, solltest du dir in jedem Fall ärztliche Hilfe holen. In schweren Fällen ist es dann notwendig, die Atmung zu unterstützen. Dies kann etwa durch eine nicht-invasive Beatmung (NIV) mittels einer Atemmaske geschehen. Diese entlastet die Atemmuskulatur und verbessert so die Atmung und den Gasaustausch. Darüber hinaus wird empfohlen, auf Alkohol zu verzichten und Schlaftabletten abzusetzen, da diese Faktoren die Atmung zusätzlich beeinträchtigen können.  

Wie bei allen Folgeerkrankungen von Adipositas ist jedoch das wichtigste und effektivste abzunehmen. So lassen sich Symptome verbessern und Krankheiten können sogar wieder ganz verschwinden, so auch das Pickwick-Syndrom. Um eine nachhaltige Gewichtsreduktion zu erreichen, ist eine dauerhafte Ernährungsumstellung erforderlich. Diese schaffst du am besten mit professioneller Hilfe. 

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