Was sind eigentlich Essgewohnheiten?

Gewohnheit ist DAS Stichwort, wenn es um Ernährung geht. Genaugenommen ist unser gesamtes Essverhalten nichts anderes, als einzelne, aneinandergereihte Gewohnheiten. Die gute Nachricht: Sie können jederzeit verändert werden.
junge Frau ist einen Schokoriegel am Laptop

Gewohnheiten und Verhaltensmuster

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier heißt es – und das ist wahr. Alles, was wir tun, ist geprägt von Gewohnheiten: Vom morgendlichen Zähneputzen, über den ersten Kaffee im Büro, bis hin zum Fernsehabend auf dem Sofa.

Handeln, Denken, Fühlen: individuelle Muster

Gewohnheiten bestimmen aber nicht nur unser Handeln. Auch Gedanken und Gefühle folgen bestimmten antrainierten Mustern. Im Laufe des Lebens entwickeln wir eine bestimmte Weise zu denken und dementsprechend auch zu fühlen.

Zum Beispiel die sogenannten Optimisten haben es sich zu eigen gemacht, immer das Positive und die Möglichkeiten zu sehen. Das ermöglicht ihnen, lösungsorientiert zu handeln und Chancen zu ergreifen. Andere neigen dagegen eher dazu, Probleme und Hindernisse zu sehen. Dadurch fällt es ihnen vergleichsweise schwer, herausfordernde Situationen zu meistern und Verhaltensweisen zu verändern.

Gewohnheiten können verändert werden

Das eigene Denken, Handeln und Fühlen ist keineswegs in Stein gemeißelt. Wer sich dazu entscheidet, Gewohnheiten zu verändern, kann dies in jedem Moment tun. Alles, was es für eine nachhaltige Veränderung braucht, ist regelmäßiges Training, eine Portion Geduld und bestenfalls professionelle Unterstützung.

Gründe für Ernährungsmustern

Vor allem beim Thema Essen und Ernährung hat jeder seine ganz eigenen Gewohnheiten. Wenn du ungünstige Verhaltensweisen ändern willst, ist es zunächst hilfreich, diese nicht zu bewerten oder gar zu verurteilen. Bei Gewohnheiten geht es nicht um Schuld, um „gutes“ oder „schlechtes“ Verhalten. Vielmehr entstehen deine individuellen Ernährungsmuster aus nachvollziehbaren Gründen.

Essgewohnheiten entstehen schon in der Kindheit

Wenn du in der Kindheit beispielsweise mit Eis und Bonbons getröstet wurdest, wirst du höchstwahrscheinlich auch als Erwachsener zu süßen Leckereien greifen, wenn du traurig bist. Wurdest du dazu verdonnert, deinen Teller leer zu essen, wirst du vermutlich auch später selten etwas übrig lassen. Haben deine Eltern dir verboten, Süßigkeiten zu essen, wirst du heute vielleicht ein schlechtes Gewissen dabei haben oder besonders viel davon essen. Hier gilt: Gewohnheiten folgen keinen bestimmten Regeln. Welche Gewohnheit sich unter welchen Umständen etabliert, ist individuell.

Essen als Belohnung, Trost, guter Freund

Auch nach der Zeit im Elternhaus entwickeln wir noch neue Essgewohnheiten. Viele entdecken das Essen beispielsweise als verlässlichen Trostspender. Nach einem frustrierenden Arbeitstag oder einem Streit mit dem Partner gibt es ihnen das Gefühl von Sicherheit, es lenkt ab und tröstet.

Wenn du einmal die Erfahrung gemacht hast, durch Süßigkeiten, Chips und Co ein (kurzes) Gefühl von Erleichterung zu verspüren, kann daraus schnell ein Muster werden. Bei dem nächsten unangenehmen Gefühl wirst du dich vermutlich daran erinnern und das Essen erneut als Mittel zum Zweck nutzen. Das Fatale: Die negativen Gefühle werden durch das Essen nur beiseitegeschoben und Probleme nicht gelöst. Im Gegenteil: Es entstehen sogar neue Probleme. Wer über einen längeren Zeitraum unangenehme Gefühle mit Essen kompensiert, wird früher oder später an Gewicht zunehmen.

Neue „gesunde“ Gewohnheiten trainieren

Andersherum funktioniert es glücklicherweise genauso: Nützliche, gesunde Verhaltensweisen, können wir uns ebenso antrainieren, wie ungünstige. Wenn du dich zum Beispiel dazu motivierst, dir ein leckeres und nährstoffreiches Frühstück zuzubereiten, wirst du belohnt. Du fühlst dich fitter, hast mehr Energie, freust dich über das gesparte Geld beim Bäcker und bist stolz darauf, etwas Gutes für dich getan zu haben. Diese positive Erfahrung führt dazu, dass du dir das Frühstück ein zweites, drittes und viertes Mal zubereitest. Nach ein paar Wochen hat sich die Frühstücks-Routine etabliert und ist zur Gewohnheit geworden. Das heißt, sie umzusetzen erfordert kaum noch Disziplin. Nach ein paar Monaten gehört das Frühstück genauso zur morgendlichen Routine, wie das tägliche Zähneputzen.

Professionelle Unterstützung

Gewohnheiten zu verändern, fällt leichter, wenn du Unterstützung dabei hast. Mit unserem digitalen Behandlungsprogramm für Adipositas stehen wir dir zur Seite. Unser ganzheitliches digitales Programm begleitet dich tagtäglich und geht auf deine individuellen Bedürfnisse und Hindernisse ein. Wir helfen dir dabei, am Ball zu bleiben und Gewohnheiten nachhaltig zu verändern.

Zusammenfassung Essgewohnheiten

Jeder Mensch hat seine individuellen Gewohnheiten. Neben den wiederkehrenden Handlungen folgt auch das eigene Denken und Fühlen bestimmten Mustern. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seine individuellen Essgewohnheiten. Diese entstehen vor allem durch Erfahrungen.

Viele Menschen nutzen Essen, um negative Gefühle zu kompensieren. Das ist nachvollziehbar, denn Essen ist immer verfügbar, lenkt ab und verschafft vielen kurzzeitig ein angenehmes Gefühl. Auf Dauer steigt jedoch so das Gewicht. Auch „gesunde“, nützliche Verhaltensweisen werden zur Gewohnheit, wenn du sie über ein paar Wochen trainierst.

Häufig gestellte Fragen

Was sind Essgewohnheiten?

Essgewohnheiten entstehen häufig aus Verhaltensmustern, die in der Kindheit begründet sind. Essen (Süßgkeiten) als Belohnug und Trostspender sind nicht selten der Grund dafür, dass Menschen auch im Alter zum Essen greifen, um Gefühle zu kompensieren.

Wie lassen sich Essgewohnheiten verändern?

Beim Verändern von Essgewohnheiten ist es wichtig, Geduld zu haben und regelmäßig das neue Essverhalten zu trainieren. Je mehr Erfolge und positive Erlebnisse du hast, desto einfacher lässt sich das neue Essverhalten etablieren.

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