Gründe für Heißhunger

Das starke Verlangen nach ganz bestimmten Lebensmitteln, oftmals nach Süßem oder Salzigem, ist auch als Heißhunger bekannt. Dieser kann verschiedene Ursachen haben und deutet oftmals daraufhin, dass dem Körper etwas fehlt.

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Heißhunger auf Salziges

Salzige Chips, süße Schokolade oder deftiger Käse – für das dringliche Verlangen nach etwas ganz Bestimmten kann auch ein Nährstoffmangel verantwortlich sein. Im Sommer zum Beispiel haben wir häufig Lust auf Salziges – besonders an Tagen, an denen wir viel schwitzen. Grund dafür: Mit dem Schweiß verlieren wir Natrium, dass in salzigen Lebensmitteln steckt. Käse und andere Milchprodukte dagegen enthalten viel Eiweiß, womit das Verlangen nach diesen Lebensmitteln bedeuten kann, dass der Körper mehr Eiweiß benötigt.

Heißhunger auf Süßes

Der Klassiker ist jedoch der Heißhunger auf Süßes wie Schokolade oder Weingummi. Er tritt bei dringendem Energiebedarf auf. Wenn wir über einen längeren Zeitraum nichts gegessen haben, verlangt der Körper nach schneller Energie. Während er eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Milchprodukte oder auch Vollkornbrot erst einmal aufspalten muss, stehen Zucker und Weißmehlprodukte schnell als Energiequelle zur Verfügung.

Verwechslung: Durst statt Hunger

Manchmal verwechseln wir Durst jedoch auch mit Hunger. Das klingt zunächst einmal merkwürdig, ist aber gar nicht so selten. Hier interpretiert unser Gehirn das Verlangen nach etwas, nämlich Flüssigkeit, als Hungergefühl. 

Diese Verwechslung tritt besonders bei Menschen auf, die grundsätzlich zu wenig trinken. Diese Fehlinterpretation ist also ein Grund mehr, den Körper gut mit Flüssigkeit zu versorgen, das heißt 1,5 bis 2 Liter pro Tag. Wichtig: Während Wasser und ungesüßte Tees den Durst tatsächlich stillen, machen zuckrige Getränke, wie Softdrinks und Säfte Lust auf noch mehr Süßes.

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Zucker macht Lust auf mehr Zucker

Das Gleiche gilt für Süßigkeiten. Sie geben dem Körper schnelle Energie, die jedoch rasch wieder verbraucht ist. Der anschließend steil abfallende Blutzucker signalisiert dem Körper: Ich brauche mehr davon! So ist es also kein Wunder, dass wir bei Schokolade, Eis und Cola immer wieder zugreifen.

Verboten fördern Heißhunger

Ein weiterer Grund für Heißhunger sind Verbote. Alles, was du dir verbietest, wird zur unwiderstehlichen Verlockung. Diesen Mechanismus kennen viele von einschränkenden Diäten. Wenn du dir etwa die Regel auferlegst, komplett auf Schokolade zu verzichten, wirst du höchstwahrscheinlich ständig daran denken müssen. Das fördert nicht nur den Heißhunger, du wirst außerdem ständig Appetit auf die verbotenen Lebensmitten bekommen. Lies hier mehr über den Unterschied zwischen Hunger und Appetit.

Heißhunger stoppen

Um Heißhunger zu stoppen, solltest du deinen Körper mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen – dazu zählen auch Vitamine und Mineralstoffe. Im Zweifel kann ein:e Ärzt:in über einen Bluttest feststellen, ob deinem Körper ein bestimmter Nährstoff fehlt.

Abwechslung beim Essen für gute Nährstoffversorgung

Wenn du deinem Körper ein besonders breites Spektrum an natürlichen Lebensmitteln bietest, u.a. Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Nüsse, Fleisch und Fisch, ist die Nährstoffvielfalt umso größer. Eine Ernährung dagegen, die auf Fertiggerichten und hochverarbeiteten Produkten basiert, ist nährstoffarm und fördert Mängel, die sich in Form von Heißhunger äußern können.

Blutzucker regulieren bei Heißhunger

Während Zucker und Weißmehlprodukte zu einer Blutzucker-Achterbahn und damit zu Heißhunger führen, regulieren Eiweiß und Ballaststoffe den Blutzucker und machen satt. Setze daher auf eiweißreiche Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Tofu, Hülsenfrüchte, Joghurt und Quark. Eine Portion Gemüse zur Mahlzeit sorgt für reichlich Ballaststoffe, die durch ihr Volumen sättigen – ebenso Vollkornprodukte.

Lange Essenspausen und Hungern vermeiden

Die effektivste Methode, um Heißhunger vorzubeugen: Versorge deinen Körper regelmäßig mit ausgewogenen Mahlzeiten. Achte darauf, dass die Pausen zwischen den Mahlzeiten am Tag vier bis fünf Stunden nicht überschreiten. Ist das der Fall, ist Heißhunger vorprogrammiert. Vor allem auch das absichtliche Hungern über den Tag führt zu Heißhunger am Abend – ebenso wie strikte Verbote bestimmter Lebensmittel. Auch, wenn du abnehmen willst, musst du nicht komplett auf deine Lieblingsspeisen verzichten.

Zusammenfassung

Heißhunger kann bedeuten, dass dem Körper bestimmte Nährstoffe fehlen oder er dringend Energie benötigt. Auch Verbote bestimmter Lebensmittel führen zu Heißhunger beziehungsweise einem starken Verlangen danach. Versorge deinen Körper regelmäßig mit ausgewogenen Mahlzeiten und natürlichen Lebensmitteln. Vermeide strikte Verbote und zu lange Essenspausen. 

  • Maja Biel ist Ökotrophologin und als Ernährungsberaterin selbstständig. Nachdem sie ein Volontariat zur Medizinjournalistin absolviert und für verschiedene Food- und Healthmagazine geschrieben hat, berät sie heute Patient:innen in ihrer Praxis für Ernährungsberatung in Hamburg-Eppendorf.

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