Ernährung bei Gicht

Ein bis zwei Prozent der westlichen Bevölkerung sind von Gicht betroffen, Männer deutlich häufiger als Frauen. Eine purinarme Ernährung kann jedoch wirkungsvoll vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gicht?

Gicht ist eine Erkrankung des Stoffwechsels. Im Organismus fällt mehr Harnsäure an, als er ausscheiden kann. Diese sammelt sich zuerst im Blut. Der medizinische Fachbegriff für einen zu hohen Gehalt an Harnsäure im Blut ist “Hyperurikämie“. Überschreitet die Menge an Harnsäure eine bestimmte Schwelle, sammelt sie sich in deinen Gelenken, an Sehnen und Schleimbeuteln sowie in der Niere an. Dort bildet sie Harnsäurekristalle, beziehungsweise Nierensteine, die große Schmerzen verursachen können. Auch die Ernährung bei Gicht spielt eine große Rolle. [2]

Wie entsteht Gicht?

In einem gesunden Körper ist der Harnsäure-Stoffwechsel im Gleichgewicht: Die Nieren scheiden über den Urin genau so viel Harnsäure aus, wie bei der Verdauung und beim Abbau von Zellen entsteht. Diese Balance kann durch unterschiedliche Auslöser aus dem Gleichgewicht geraten: [3]

  • Die Niere kann nicht genug Harnsäure ausscheiden.
  • Durch eine purinreiche Ernährung fällt zu viel Harnsäure an.
  • Im Körper wird durch eine Verletzung zu viel Harnsäure freigesetzt.

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Zusammenhang zwischen Übergewicht und Gicht

Ein erhöhtes Gewicht gilt als Risikofaktor für Gicht. Das liegt daran, dass ein erhöhtes Gewicht auch zu einer höheren Konzentration an Harnsäure im Blut führt. Übergewicht fördert die Produktion von Harnsäure und hemmt die Ausscheidung von Harnsäure.

Außerdem begünstigt es Folge- und Begleiterkrankungen bei Gicht. Deswegen empfehlen Expert:innen bei Gicht eine Gewichtsabnahme. Diese sollte aber immer langsam und kontrolliert erfolgen. Ansonsten kann sie aufgrund der Belastung für den Stoffwechsel wiederum einen Gichtanfall auslösen. Deshalb ist die Ernährung bei Gicht ein entscheidender Faktor. [7, 8, 10]

Individuelle Adipositas-Therapie

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Ernährung bei Gicht

Die Menge an Harnsäure, die die Niere ausscheidet, lässt sich nur mit Medikamenten erhöhen. Auch auf die durch den Stoffwechsel im Körper anfallende Harnsäure kannst du nur schwer Einfluss nehmen. Eine Form der Therapie, an der du aktiv mitwirken kannst, ist eine Ernährungsumstellung. Indem du Lebensmittel, die im Körper in viel Harnsäure umgewandelt werden, vermeidest, kannst du Gichtanfälle verhindern. [4]

Was sind Purine?

Purin ist eine organische Verbindung, die in allen lebenden Zellen vorkommt. Es ist ein wichtiger Bestandteil der DNA und RNA, der Erbsubstanz der Zellen. Purine werden auch im Körper bei der Verdauung von Proteinen und im Abbau von Zellen gebildet.

Im Körper werden Purine zu Harnsäure abgebaut. Harnsäure ist ein Stoffwechselendprodukt, das über die Nieren ausgeschieden wird. Bei Menschen mit Gicht ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht. Dies kann zu Ablagerungen von Harnsäurekristallen in den Gelenken, Sehnen und Organen führen. Diese Ablagerungen können schmerzhafte Entzündungen verursachen.

Purinarme Ernährung bei Gicht

Purine sind in vielen Lebensmitteln enthalten, insbesondere in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Innereien und Hülsenfrüchten. Auch in einigen pflanzlichen Lebensmitteln, wie beispielsweise Spargel, Spinat und Pilzen, sind Purine enthalten.

Auf diese Lebensmittel solltest du bei Gicht achten: [10]

  • Rotes Fleisch, Innereien und Wurstwaren können den Harnsäurespiegel erhöhen (sie sind purinreich). 
  • Purinreiches Gemüse kann wiederum nach Belieben gegessen werden.
  • Meeresfrüchte erhöhen das Gichtrisiko. Fisch sollte 1–2 x die Woche gegessen werden.
  • Alkohol (vor allem Bier und Spirituosen) kurbelt die Harnsäureproduktion an, hemmt ihre Ausscheidung und kann deswegen zu Gichtanfällen führen.
  • Flüssigkeit hilft den Nieren beim Ausscheiden von Harnsäure, sodass du viel trinken solltest.
  • Fruktose (in gezuckerten Softdrinks, Fruchtsäften, usw.) wird im Körper zu Harnsäure abgebaut und sollte daher gemieden werden. Frisches Obst und zuckerfreie Getränke stellen kein Risiko für Gicht dar.
  • Kohlenhydrate in Form von Zucker und Weißmehl erhöhen den Insulinspiegel, was wiederum die Ausscheidung von Harnsäure hemmt.
  • Moderater Kaffeekonsum kann den Harnsäurespiegel senken und wirkt sich positiv auf den Harnsäurespiegel aus.
  • (Fettarme) Milchprodukte wirken sich positiv auf den Harnsäurespiegel aus und sollten deswegen auf dem Speiseplan stehen.

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Regeln für die Ernährung bei Gicht

Die Ernährungstherapie bei Gicht besteht aus mehreren Bausteinen. Konsequent als Langzeittherapie angewandt, senkst du damit die Zufuhr an Purinen und vermeidest Stoffwechselentgleisungen, die Gichtanfälle auslösen können: [3, 11]

  1. Trinke täglich mindestens 1,5 bis 2 Liter ungesüßte Getränke
  2. Verzichte auf Innereien, Fleischstücke mit Haut, fetten Fisch (Räucherfisch) und Krustentiere
  3. Iss maximal 3–4 Portionen mageres Fleisch pro Woche
  4. Meide Softgetränke, Limonaden und Fruchtsäfte mit viel Fruchtzucker
  5. Achte auf einen moderaten Obstkonsum, hoher Gemüse- und Vollkornkonsum
  6. Iss wenig Süßigkeiten und süße Backwaren
  7. Trinke kein Bier oder Biermischgetränke und halte mindestens drei alkoholfreie Tage pro Woche ein
  8. Mache keine strengen Diäten und Fastenkuren
  9. Iss mehr Eier, fettarme Milch und Milchprodukte – sie sind eine gute Quelle für Eiweiß (neben pflanzlichen Eiweißquellen)
  10. Trinke Kaffee in Maßen –bis ca. 3 Tassen täglich sind erlaubt

Eine streng purinarme Diät mithilfe einer Purintabelle (“Gicht-Diät”) ist schwer durchzuhalten und daher nicht empfehlenswert. Falls du doch mal wissen möchtest, wie purinhaltig deine Mahlzeiten sind, gibt es online einen umfangreichen Online-Rechner.

Halte dich an die Regeln für die Ernährung bei Gicht. Damit lässt sich der Harnsäurewert dauerhaft senken. Beachte aber, dass bei Gicht oft eine erbliche Veranlagung besteht. Deshalb kann eine Kombination aus Ernährung und Medikamenten notwendig sein, um die Harnsäure im Blut dauerhaft auf die Normalwerte zu senken.

Was passiert bei einem akuten Gichtanfall?

Einen erhöhten Harnsäurespiegel im Blut bemerkst du oft nicht. Überschreitet er die kritische Schwelle, lagern sich Harnsäurekristalle in den Gelenken, Sehnenscheiden und Organen ab. Durch ihre scharfkantige Oberfläche reizen sie das Gewebe und verursachen heftige Schmerzen. Dein körpereigenes Immunsystem identifiziert sie als Fremdkörper und fängt an, sie zu beseitigen. Das ist zwar gut, verschlimmert durch die entstehende Entzündung die Schmerzen aber erst einmal und sorgt zusätzlich häufig für Fieber. [3]

Typischerweise treten Gichtanfälle in den frühen Morgenstunden auf. Der allererste Gichtanfall tritt meistens in einem einzigen Gelenk auf. Sehr oft trifft es das Grundgelenk der Großzehe, das den Zeh mit dem restlichen Fuß verbindet. Aber auch das Sprunggelenk, das Knie oder die übrigen Zehen können betroffen sein. In seltenen Fällen betreffen Gichtanfälle auch die Finger oder die Harnsäure lagert sich als Nierenstein in der Niere ab. [5]

Gicht als chronische Erkrankung

Die akuten Schmerzen eines Gichtanfalls klingen in der Regel nach wenigen Tagen wieder ab. Eine einmalige Entgleisung hat meistens keine schwerwiegenden Folgen für dich. Gicht kann zu einer chronischen Erkrankung werden. Lagern sich immer wieder Harnsäurekristalle in den Gelenken ab, können sie diese mit der Zeit ernsthaft beschädigen und deformieren. [6]

Durch einen konstant erhöhten Harnsäurespiegel kann jederzeit ein neuer Gichtanfall auftreten. Als Gicht-Auslöser kommen dabei infrage: [6]

  • purinreiche Ernährung mit tierischen Lebensmitteln
  • Alkoholkonsum
  • Stoffwechselschwankungen (wie z. B. bei strengen Diäten, Diabetes mellitus)
  • körperlicher Stress (extreme körperliche Belastungen, Infektionen, Verletzungen, erhöhtes Gewicht)

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