Medikamente zum Abnehmen

Es gibt Medikamente, die das Abnehmen unterstützen können. Welche das sind, wie du sie erhältst und was du selbst tun kannst, um gesund abzunehmen und dein Gewicht langfristig zu halten, erfährst du hier.

Inhalte

Einsatz von Tabletten zum Abnehmen 

Anders als es oft in der Werbung dargestellt wird, gibt es nicht die Wunderpille, die im Handumdrehen die Pfunde purzeln lässt. Aber es gibt Medikamente, die eine Gewichtsreduktion bei einer Adipositas unterstützen können. Dabei sind Medikamente nie die erste Wahl! Sie kommen nur zum Einsatz, wenn es trotz Lebensstilveränderungen zu keiner Gewichtsabnahme kommt. 

Medikamente zum Abnehmen alleine sind keine Lösung 

Inwiefern eine Medikamenteneinnahme sinnvoll ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa davon, was du alles schon probiert hast, um abzunehmen, ob du bereits Begleiterkrankungen hast und wie lange die Adipositas schon besteht. 

Grundsätzlich gilt, dass Adipositas durch eine Lebensstilveränderung behandelt werden kann, die sowohl eine Ernährungsumstellung als auch Bewegungstherapie und Verhaltenstherapie umfasst. Das bedeutet, dass Medikamente können nur eine Unterstützung sein und nicht die alleinige Therapie für eine Gewichtsabnahme. Außerdem sind sie, ebenso wie eine Adipositas-Operation, die letzte Wahl, wenn konventionellen Therapien alleine keinen Erfolg hatten [1]. 

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Wer verschreibt Medikamente zum Abnehmen?

Ob Medikamente zum Einsatz kommen, entscheiden immer die behadelndenen Ärzt:innen, wie etwa Hausärzt:innen, Internist:innen oder Endokrinolog:innen. Wichtig ist zu wissen, dass gleichzeitig zur Medikamenteneinnahme eine Ernährungsumstellung erfolgen muss. Diese soll dazu führen, dass grundsätzlich bedarfsgerecht gegessen wird und die Mahlzeiten so zusammengestellt sind, so dass eine Abnahme erfolgen kann. 

Wie viel nimmt man mit Medikamenten ab?

Ist das der Fall, können die Medikamente dafür sorgen, dass etwa drei bis fünf Kilo im Jahr zusätzlich reduziert werden können. Eine Studie zeigt, dass Menschen mit einer kalorienreduzierten Kost in Verbindung mit Orlistat bis zu 4,65 Kilo pro Jahr abgenommen haben. Dabei verloren die Probanden durch die Medikamenteneinnahme etwa 2,0 Kilo mehr in den ersten 12 Monaten, als die Vergleichsgruppe, die ein Placebo erhielt [2].

Zugelassene rezeptpflichtige Medikamente zur Behandlung von Adipositas

Wichtig ist zunächst, dass diese Medikamente immer in Verbindung mit einer konventionellen Adipositastherapie verschrieben werden. Sie sollen das Abnehmen lediglich zusätzlich fördern. Ohne eine konventionellen Adipositastherapie, bestehend aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie, werden Medikamente nicht verschrieben und hätten auch keinen merklichen Effekt. 

Orlistat für verringerte Fettaufnahme

Das Medikament Orlistat blockiert die fettspaltenden Enzyme (Lipasen) im Dünndarm. So sorgt es dafür, dass der Körper weniger Fett aufnimmt. Das Medikament wird zu jeder Hauptmahlzeit eingenommen. 

Verschreibung bei:

Orlistat kann Menschen verschrieben werden, die eine Adipositas haben, das heißt einen Body-Mass-Index ab 28 mit Folge-/ oder Begleiterkrankungen oder ab einem Body-Mass-Index von 30. Hier kannst du deinen BMI ausrechnen. Zusätzlich muss nachgewiesen werden, dass eine konventionelle Adipositastherapie nicht zum gewünschten Behandlungserfolg geführt hat. Von einem rezeptfreien Erwerb, etwa über Online-Apotheken, wird dringend abgeraten. 

Keine Verschreibung bei:

  • Chronisches Malabsorptionssyndrom  
  • Cholestase
  • Überempfindlichkeit gegen Orlistat oder einen der sonstigen Bestandteile

Mögliche Nebenwirkungen:

  • fetthaltiger Stuhl
  • häufiger Stuhlgang
  • Magen-Darm-Beschwerden wie Blähbauch und Durchfall

Liraglutid für zur Regulation von Hunger und Blutzuckerspiegel 

Liraglutid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament, das einmal täglich unter die Haut gespritzt wird, zum Beispiel am Bauch oder am Oberschenkel. Zu Beginn wird die Dosis schrittweise erhöht. Liraglutid verringert das Hungergefühl und verstärkt die Sättigung. So kann es dazu führen, dass Patient:innen weniger essen und infolgedessen abnehmen. Zudem hat es Einfluss auf die Ausschüttung von Insulin und daher auch auf den Blutzuckerspiegel. Es kann kann daher zusätzlich zur medikamentösen Therapie von adipösen Menschen, die an einem Diabetes Typ 2 leiden, verwendet werden. 

Verschreibung bei:

Liraglutid kann Menschen verschrieben werden, die von einer Adipositas betroffen sind, das heißt einem Body-Mass-Index (BMI) ab 30 oder einem BMI ab 27 in Kombination mit Folge-/ oder Begleiterkrankungen, wie Diabetes Typ 2, erhöhten Blutfettwerten oder Bluthochdruck.

Keine Verschreibung bei:

  • Nieren-, Leber- oder Magen-Darm-Erkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • bestehendem Diabetes Typ 1 

Wichtig

Da das Medikament den Blutzuckerspiegel senken kann, müssen Diabetesmedikamente bei Menschen, die von Diabetes Typ 2 oder Typ 1 betroffen sind, angepasst werden. 

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hypoglykämie
  • Pankreatitis
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Bauchschmerzen [3, 4]

Naltrexon/Bupropion: 

Diese Kombi-Präparat enthält zwei Wirkstoffe: Naltrexon und Bupropion. Die Substanzen wirken auf zwei verschiedene Bereiche im Gehirn und sollen dort den Appetit hemmen. Die Tabletten werden oral eingenommen und die Gabe schrittweise bis auf zwei Tabletten täglich gesteigert. Sollte es nach drei Monaten nicht zu einer Gewichtsabnahme von fünf Prozent des Ausgangsgewichts gekommen sein, wird das Medikament nicht weiter verschrieben. Im Schnitt konnte eine Gewichtsreduktion von 5 bis zu über 15 % erreicht werden [5].

Verschreibung bei:

Naltrexon/Bupropion Menschen mit einem BMI ab 27 und zusätzlichen Begleiterkrankungen wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Diabetes Typ 2 oder ab einem BMI von 30 verordnet werden.

Keine Verschreibung bei:

  • Patient:innen ab 75 Jahren
  • Nierenfunktionsstörungen
  • Lebererkrankungen  
  • früherer oder aktueller Krampfneigung
  • Tumor des zentralen Nervensystems
  • bei Alkohol- oder Medikamentenentzug  

Mögliche Nebenwirkungen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Verstopfung
  • Schlaflosigkeit, Angstzustände
  • Kopfschmerzen 
  • erhöhte Herzfrequenz [6]

Rezeptfreie Tabletten zum Abnehmen

Es werden immer wieder neue rezeptfreie Präparate zum Abnehmen angeboten. Hier solltest du dich vor großen Versprechungen in Acht nehmen. Oftmals werden mit den vermeintlichen Wunderpillen zum Abnehmen große Hoffnungen geweckt, die sich nicht erfüllen. Wenn du dich für rezeptfreie Tabletten interessierst, solltest du die Einnahme unbedingt mit deinen behandelnden Ärzt:innen absprechen und so eine professionelle Meinung zu einer möglichen Einnahme einholen.  

Nachhaltig abnehmen: So funktioniert es

Es gibt viele Diäten. Viele von ihnen fördern zwar die Gewichtsabnahme, sind aber langfristig nicht zum Abnehmen geeignet. Denn was entscheidend ist, ist dein neues Gewicht auch langfristig halten zu können – und das ohne Jojo-Effekt

Ernährung dauerhaft umstellen

Was für eine erfolgreiche Gewichtsreduktion notwendig ist: eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Das bedeutet, deine Essgewohnheiten so zu verändern, dass sie dafür sorgen, nicht nur Gewicht verlierst, sondern dieses auch halten kannst und keine weiteren Diäten mehr brauchst. 

Tipps für dauerhafte Gewichtsabnahme:

  • viele natürliche, unverarbeitet Lebensmittel 
  • wenig Fertigprodukte, wie TK-Pizza, Chips und Co. 
  • 3 Portionen Gemüse am Tag
  • 2 Portion Obst am Tag
  • Eiweiß, wie Fleisch, Fisch, Quark, Nüsse, Hülsenfrüchte, zu jeder Mahlzeit
  • Vollkornprodukte, wie Vollkornbrot und Haferflocken statt Weißbrot und gezuckerte Cerealien
  • Süßigkeiten gezielt einbauen und nur in Maßen essen 
  • so oft wie möglich frisch kochen

Bewegung zum Abnehmen

Neben der Ernährung spielt auch die Bewegung eine wichtige Rolle beim Abnehmen. Andersherum führt zu wenig Bewegung dazu, dass wir leichter zunehmen. Bei der Bewegung zum Abnehmen, geht es nicht nur um Sport, sondern auch um die alltägliche Aktivität. Das heißt jede Bewegung zählt – sei es die Hausarbeit, Treppen zu steigen und Wege zu Fuß statt mit dem Auto zurückzulegen. Für den Muskelaufbau und einen höheren Kalorienverbrauch, ist es hilfreich, bestimmte Sportarten, die für Menschen mit Übergewicht geeignet sind, in dein Leben zu integrieren. 

Nachhaltige Veränderungen mit professioneller Unterstützung

Deine Ernährung umzustellen und gesunde Gewohnheiten aufzubauen, die du langfristig beibehälst und die dich davor schützen wieder zuzunehmen, ist alleine gar nicht so leicht. Vor allem dann, wenn du schon lange Übergewicht oder Adipositas hast und bereits mehrmals versucht hast, abzunehmen. Damit es beim nächsten Versuch auch funktioniert, hole dir am besten professionelle Unterstützung – das geht übrigens auch digital.

Digitale Adipositas-Therapie auf Rezept

Über die App zanadio begleiten dich Experten, unter anderem Ernährungsexpert:innen, persönlich auf digitalem Wege bei deiner individuellen Ernährungsumstellung. Das Besondere: Die App erhältst du von Ärzt:innen auf Rezept. Wenn dein Body-Mass-Index zwischen 30 und 40 liegt, übernimmt die Kosten dafür deine Krankenkasse. Mit zanadio lernst du nicht nur, wie eine gesunde Ernährung aussieht, sondern auch, wie du deine Essgewohnheiten dauerhaft verändern kannst.

Häufig gestellte Fragen

1. Wie lange dauert die Arzneimitteltherapie?

Bei der Verschreibung der oben genannten Medikamente wird immer ärztlich überprüft, ob in einem bestimmten Zeitraum, z. B. 12 Wochen bei dem Medikament Orlistat oder drei Monate bei Naltrexon/Bupropion, eine Gewichtsabnahme erfolgt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Einnahme des Medikaments wieder abgebrochen. Ansonsten kann es weiter verschrieben werden.

2. Was passiert beim Absetzen der Medikamente?

Bei der Verschreibung der oben genannten Medikamente wird immer ärztlich überprüft, ob in einem bestimmten Zeitraum, z. B. 12 Wochen bei dem Medikament Orlistat oder drei Monate bei Naltrexon/Bupropion, eine Gewichtsabnahme erfolgt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die Einnahme des Medikaments wieder abgebrochen. Ansonsten kann es weiter verschrieben werden.

3. Wer übernimmt die Kosten für die Arzneimitteltherapie? 

Sind die Voraussetzungen für die Einnahme erfüllt und die Medikamente, etwa Naltrexon/ Bupropion, Liraglutid und Orlistat, von Ärzt:innen verschrieben, kann die Krankenkasse die Kosten dafür übernehmen.

Quellen

[1] https://adipositas-gesellschaft.de/wp-content/uploads/2020/06/Patientenleitlinie_Adipositas.pdf

[2] https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21731866/

[3] https://www.ema.europa.eu/en/documents/smop-initial/chmp-summary-positive-opinion-saxenda_en.pdf

[4] https://www.gelbe-liste.de/nachrichten/markteinfuehrung-liraglutid-adipositas

[5] https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/oby.20309

[6] https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/mysimba-epar-product-information_de.pdf 

Auch interessant:

Ernährungsplan bei Adipositas

Das Ziel einer Adipositas-Therapie ist eindeutig: Durch eine Lebensstiländerung zu mehr Gesundheit zu verhelfen. Dabei ist eine langfristige Gewichtsreduktion besonders wichtig. Auf dem Weg zu einer ausgewogenen Ernährung kann ein Ernährungsplan zu beginn unterstützend sein. Wir haben für dich einen kostenlosen Ernährungsplan für eine Woche zusammengestellt.

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Folgeerkrankungen von Adipositas

Menschen mit Adipositas haben ein erhöhtes Risiko für eine Reihe von Krankheiten. Vor allem das vermehrte Bauchfett verändert den Stoffwechsel so, dass über kurz oder lang Folgeerkrankungen entstehen.

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