Ursachen von Adipositas

Eine übermäßige Energieaufnahme und zu wenig Bewegung sind häufig die entscheidenden Gründe dafür, dass eine Adipositas entsteht. Erfahre hier, was weitere Ursachen von Adipositas sind.

Inhalte

Wie entsteht Übergewicht?

Der Grund, der zu Übergewicht und Adipositas führt, ist eine dauerhaft positive Energiebilanz. Das heißt, es wird mehr Energie zugeführt, als der Körper benötigt. Die Hauptgründe für eine dauerhaft positive Energiebilanz sind vor allem zu viel kalorienreiches Essen und zu wenig Bewegung. Zur Entstehung von Adipositas tragen jedoch oft mehrere Faktoren bei, die sich in Kombination, gegenseitig begünstigen:

  • familiäre Disposition, genetische Ursachen  
  • Lebensstil (z. B. Bewegungsmangel, Fehlernährung)  
  • ständige Verfügbarkeit von Nahrung  
  • Schlafmangel  
  • Stress  
  • depressive Erkrankungen  
  • niedriger Sozialstatus  
  • Essstörungen (z. B. Binge-Eating-Disorder, Night-Eating-Disorder)  
  •  endokrine Erkrankungen (z. B. Hypothyreose, Cushing-Syndrom)  
  • Medikamente (z. B. Antidepressiva, Neuroleptika, Phasenprophylaktika, Antiepileptika, Antidiabetika, Glukokortikoide, einige Kontrazeptiva, Betablocker)  
  • andere Ursachen (z. B. Immobilisierung, Schwangerschaft, Nikotinverzicht)[1]

Einfluss von Muskelmasse auf den Grundumsatz

Je nach Größe und Gewicht, hat jeder Mensch einen gewissen Grundumsatz an Energie (gemessen in Kilokalorien). Der Grundumsatz umfasst die Energie, die der Körper im Ruhezustand verbraucht, um seine Körperfunktionen, wie Atmung, Herzschlag etc. aufrecht zu erhalten. Wichtig: Je mehr Muskelmasse Menschen haben, desto höher ist ihr Grundumsatz.

Leistungsumsatz ist von Bewegung abhängig

Zusätzlich zum Grundumsatz, haben wir einen Leistungsumsatz. Seine Höhe bestimmt die Bewegung. Während Menschen, die sich im Alltag viel bewegen und zusätzlich Sport treiben, einen hohen Leistungsumsatz haben, haben Menschen, die sich wenig bewegen einen niedrigen Leistungsumsatz. Dementsprechend weniger Kalorien benötigen sie. 

Je mehr Bewegung, desto mehr Energieverbrauch.

Positive Energiebilanz führt zu Übergewicht

Im Klartext: Menschen, die viel Muskelmasse haben und sich viel bewegen, können mehr essen als Menschen, die wenig Muskeln haben und sich wenig bewegen. Nehmen sie dauerhaft mehr Kalorien auf, als ihr Körper täglich benötigt nehmen sie langfristig zu

Die Lösung ist hier eine negative Energiebilanz. Das heißt, du nimmst weniger Kalorien auf, als du benötigst. So muss dein Körper an seine Reserven gehen und baut Körperfett ab. 

Ab wann Adipositas?

Ab wann Übergewicht als Adipositas, auch „Fettleibigkeit“ oder „krankhaftes Übergewicht“, bezeichnet wird, ist mittels des Body-Mass-Index (BMI) von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Der BMI gibt einen Hinweis darauf, in welchem Verhältnis dein Körpergewicht zur Körpergröße steht. Mit unserem BMI-Rechner, kannst du deinen Body-Mass-Index ermitteln und so herausfinden, ob eine Adipositas besteht.

Innerhalb der Adipositas gibt es verschiedene Grade. Je höher das Gewicht, desto höher der Grad der Adipositas und desto höher auch das Risiko für Folgeerkrankungen.

Grade der Adipositas: 

BMIAdipositas-Grad
25 bis 29,9 Übergewicht oder Präadipositas
ab 30Adipositas Grad I 
ab 35  Adipositas Grad II
ab 40 Adipositas Grad III (Adipositas per magna)

Grade der Adipositas: Unterteilung

Laut Klassifikation der WHO gibt es drei Schweregrade der Adipositas sowie eine Vorstufe, die sogenannte Präadipositas. Ziel dieser Abstufung ist es vor allem, das Risiko für Folgeerkrankungen abzuschätzen und so die passende Adipositas-Behandlung zu finden.

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Warum zanadio?

Du lernst, wie eine ausgewogene Ernährung aussieht und wie du deine Essgewohnheiten dauerhaft verändern kannst, damit du dein Gewicht auch hältst. Du kannst dich satt essen und es gibt keine Verbote.

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Ist Übergewicht angeboren?

Es gibt verschiedene Gene, die einen Einfluss auf unser Gewicht haben können. Manche Gene etwa bestimmen, wie unser Körperfett verteilt ist, ob wir eher am Bauch zunehmen oder an den Hüften und am Po. Andere Gene wiederum können einen Einfluss auf unser Hunger- und Sättigungsgefühl haben. 

Familiäre Veranlagung für Übergewicht

Wenn wir in eine Familie mit übergewichtigen Eltern geboren werden, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir selbst übergewichtig werden größer, als wenn wir normalgewichtige Eltern haben[2]. Mehr jedoch als die Gene, entscheidet die Erziehung und das Ess- und Bewegungsverhalten, das unsere uns Eltern vorleben. Die gute Nachricht ist also, mehr als die Genetik entscheidet der Lebensstil über das Gewicht. Also auch, wenn du eine genetische Veranlagung zu Übergewicht hast, kannst du mit der passenden Ernährung und täglicher Bewegung ein gesundes Gewicht erreichen.

Welchen Einfluss hat die Erziehung auf das Gewicht?

Für Kinder ist alles, was ihre Eltern ihnen vorleben richtig. Sie hinterfragen nicht, ob das Verhalten der Eltern gut oder schlecht ist, sondern kopieren es, so wie es ist. Werden im Elternhaus immer große Portionen serviert, lernen auch die Kinder viel zu essen. Wird sich in schwierigen Situationen mit Süßigkeiten getröstet, übernehmen die Kinder dieses Verhalten auch und führen es als Erwachsene fort. 

Je älter die Kinder werden, desto mehr Handlungsalternativen lernen sie kennen. Sie bilden ihre eigenen Sichtweisen und Meinungen. Bis sie so alt sind, zu erkennen, dass ihr Ess- und Bewegungsverhalten zu ihrem Gewicht beitragen, haben sie das elterliche Verhalten jedoch meist schon so verinnerlicht, dass es schwerfällt, die Gewohnheiten zu verändern

Seelische Gründe für Übergewicht

Oftmals spielt auch psychischer Stress eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Adipositas. Durch Stress wird zum einen die Ausschüttung des Hormons Cortisol gefördert, das eine Einlagerung von Bauchfett begünstigt. Zum anderen führt Stress bei vielen Menschen zu einem ungünstigen Essverhalten – so auch Depressionen und andere psychische Erkrankungen. Schlafmangel wiederum, der oft bei Stress und Depressionen auftritt, fördert das Verlangen nach Essen zusätzlich.

Emotionales Essen fördert Übergewicht

Die emotionale Komponente und die Funktion, die das Essen hier einnimmt, sind bei den meisten Menschen mit Adipositas ein entscheidender Faktor. Essen wird oft zur Kompensation von negativen Gefühlen eingesetzt. Sind sie traurig, gestresst oder ärgerlich, greifen sie zum Essen, um sich besser zu fühlen. Oftmals entsteht daraus ein Teufelskreis aus Frust über das steigende Gewicht und noch mehr essen. Lies hier mehr über emotionales Essen.

Welche Krankheiten können zu Adipositas führen?

Bestimmte Erkrankungen, wie Depressionen, eine Schilddrüsenfehlfunktion, das Binge-Eating-Syndrom, bei dem Menschen unter unkontrollierten Essanfällen leiden, fördern die Entstehung von Übergewicht. Selten ist es eine bestimmte Krankheit alleine, die einzige Ursache für die Entstehung von Adipositas. 

Folgeerkrankungen erschweren die Adipositas-Therapie

Was das Abnehmen vor allem erschwert, sind Folgeerkrankungen und Veränderungen des Stoffwechsels, die im Laufe des steigenden Gewichts entstehen – so etwa Insulinresistenz, Diabetes Typ 2, Fettleber. Gemeinsam mit einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) werden diese Erscheinungen in ihrer Gesamtheit auch als metabolisches Syndrom bezeichnet. 

Gestörter Stoffwechsel bei Adipositas

Reagieren die Zellen etwa nicht mehr angemessen auf das Stoffwechsel-Hormon Insulin, wie es bei einem Diabetes Typ II oder seiner Vorstufe der Insulinresistenz der Fall ist, fällt es oft schwerer abzunehmen. Ebenso bei einer Verfettung unseres Hauptstoffwechselorgans, der Leber. Hier ist der Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten. Die gute Nachricht: Eine Fettleber und auch eine Insulinresistenz können mit einer Gewichstreduktion und vor allem einer Abnahme des Bauchfetts wieder vollständig verschwinden. Um ein gesundes Gewicht zu erreichen und dieses auch zu halten, ist eine Ernährungsumstellung die beste Methode.  

Quellen

[1] Leitlinie „Prävention und Therapie der Adipositas“ S. 17
[2] www.sciencedirect.com

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