Hyperlipidämie

Bei der Stoffwechselstörung Hyperlipidämie sind die Fette im Blut erhöht. Das kann verschiedene Folgeerkrankungen fördern. Die gute Nachricht: Die passenden Maßnahmen können die Blutwerte wieder normalisieren und nebenbei das Abnehmen unterstützen.

Inhalte

Was ist Hyperlipidämie?

Hyperlipidämie, auch Hyperlipoproteinämie, ist ein Begriff für verschiedene Formen von Störungen im Fettstoffwechsel. Im Klartext heißt das, die Konzentration bestimmter Fette, auch Lipide, im Blut ist höher, als sie sein sollte. Mediziner:innen sprechen hier auch von einer Fettstoffwechselstörung.

Zusammenhang: Metabolisches Syndrom

Menschen mit Adipositas sind oftmals vom sogenannten metabolischen Syndrom betroffen. Dieses wird auch als Syndrom X oder oftmals „tödliches Quartett“ bezeichnet. Hier treten die folgenden Krankheitsbilder beziehungsweise Symptome, darunter auch die Fettstoffwechselstörung, gemeinsam auf: 

  • Adipositas (starkes Übergewicht)
  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörung, vor allem erhöhte Triglyceride
  • Insulinresistenz beziehungsweise gestörte Glukosetoleranz (= Vorstufe von Diabetes Typ 2)

Verschiedene Formen von Fettstoffwechselstörungen

Es gibt verschiedene Formen der Hyperlipidämie. Die einzelnen Formen kennzeichnet dabei, welche Blutfette erhöht sind:

1. Hypercholesterinämie: hier sind die Cholesterinwerte im Blut erhöht.

2. Hypertriglyzeridämie: hier sind die Triglyzeridwerte im Blut erhöht.

3. Bei der kombinierten Form dieser beiden Arten sind die Cholesterinwerte und die Triglyzeridwerte erhöht.

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Was sind erhöhte Blutfettwerte?

Erhöhte Blutfettwerte sind das Merkmal einer Hyperlipidämie. Es gibt verschiedene Blutwerte, die dabei erhöht sein können. Ärzt:innen diagnostizieren eine Hyperlipidämie anhand der zu hohen Werte.

Cholesterin gehört zu den Nahrungsfetten. Das heißt, es ist in Lebensmittel, wie Eiern und Fleisch enthalten. Zudem wird es vom Körper selbst gebildet und ist ein lebenswichtiger Stoff, zum Beispiel für die Bildung von Hormonen und als Bestandteil der Zellmembran, der äußeren Schicht jeder Zelle. Im Blut wird oftmals zu hohes LDL-Cholesterin „Low Density Lipoprotein“ oder zu hohes Gesamtcholesterin gefunden. Das HDL-Cholesterin wiederum sollte nicht zu niedrig sein. Es ist ein Schutzfaktor.

Triglyceride: Erhöhte Triglyzeridwerte im Blut werden auch als Hypertriglyzeridämie bezeichnet. Triglyceride sind ebenfalls bestimmte Blutfette.

Richtwerte: So sollten gesunde Blutfettwerte aussehen

  • Gesamtcholesterin unter 200 mg/dl (mg/dl=Milligramm pro Deziliter)
  • LDL unter 116 mg/dl 
  • HDL mindestens 40 mg/dl (Männer) bzw. 48 mg/dl (Frauen)
  • Triglyzeride unter 150 mg/dl 

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Ab wann wird es behandlungsbedürftig?

Vor allem, wenn eine Adipositas vorliegt, das heißt starkes Übergewicht und / oder Erkrankungen wie Diabetes, Fettleber, Bluthochdruck oder du schon einmal einen Herzinfarkt hattest, sollten die Blutfettwerte regelmäßig überprüft werden. Aber auch, wenn du trotz Normalgewicht erhöhte Blutfettwerte aufweist, solltest du diese überprüfen lassen. Es kann unter anderem ein Indikator dafür sein, dass eine genetische Veranlagung vorliegt und die Lebensstil verändert werden muss, um diese wieder zu normalisieren. 

Sind die Werte stark erhöht, gilt es, sie mit regelmäßigen Bluttests zu beobachten und zu handeln. Bespreche hier mit behandelnden Ärzt:innen, wie sie deine Werte einschätzen. Was du selbst tun kannst, um sie zu senken, liest du weiter unten im Artikel.

Wie viele sind von Hyperlipidämie betroffen?

Fettstoffwechselstörungen sind weit verbreitet. Die Häufigkeit bei Erwachsenen in Deutschland im Alter von 18 bis 79 Jahren wurde von der 2008 bis 2011 erhobenen „Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland“ (DEGS1) erfasst[1]. Demnach liegt bei 66 von 100 Frauen und 65 von 100 Männern eine Fettstoffwechselstörung vor. Mit zunehmen Alter steigt die Häufigkeit unabhängig vom Geschlecht.

Was sind die Ursachen von Hyperlipidämie?

Es werden die primäre und die sekundäre Hyperlipidämie unterschieden. Bei dieser Unterscheidung geht es um die Ursache beziehungsweise die Entstehung.

Primäre Hyperlipidämie

1. Nicht-familiäre Primäre Hyperlipidämie

Bei der sogenannten nicht-familiären Hyperlipidämie liegt der Ursprung der Fettstoffwechselstörung in Veränderungen mehrerer Abschnitte des Erbguts. Das heißt, diese Form ist erblich bedingt und vermutlich sind noch weitere Verwandte, vor allem Eltern oder Großeltern, betroffen. Eine erbliche Veranlagung heißt jedoch nicht, dass sich die Fettstoffwechselstörung entwickeln muss. Mit einer ausgewogenen Ernährung, einem normal Gewicht und viel Bewegung kann ihr gut vorbeugen. Auf diese Weise tritt sie oftmals gar nicht erst auf. 

2. Familiäre Primäre Hyperlipidämie

Diese Form beruht auf der Veränderung eines einzelnen Abschnitts im Erbgut. Sie kann auch durch einen Lebensstil mit ausgewogener Ernährung und viel Bewegung nicht beeinflusst werden. Diese Form tritt ganz unabhängig vom Lebensstil und oftmals schon im Kindesalter auf. Sie ist jedoch eher selten zu finden.

Sekundäre Hyperlipidämie

Bei der sekundären Hyperlipidämie gibt es einen konkreten sekundären Grund, der zur Erhöhung der Blutwerte führt. Dies können etwa eine Fehlernährung, Medikamente wie Betablocker, Alkoholismus, Erkrankungen wie eine Fettleber, Schilddrüsenfehlfunktion oder Nierenerkrankung, aber auch hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft oder den Wechseljahren sein. 

Mischform 

Bei den meisten Menschen tritt eine Mischform auf. Das bedeutet, dass eine genetische Veranlagung für erhöhte Blutfettwerte besteht und zudem der Lebensstil, das Entstehen dieser Stoffwechselstörung herruft. 

Sekundäre Ursachen für Fettstoffwechselstörungen

Grundsätzlich gibt es eine Reihe von Faktoren, die dazu beitragen, dass sich Hyperlipidämie entwickeln. Dazu zählen:

  • Übergewicht und Adipositas
  • ungünstige Ernährung (vor allen Überversorgung mit Kalorien, Fett und Kohlenhydraten)
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes
  • Alkoholkonsum
  • Erkrankungen wie Schilddrüsenfehlfunktion, Nierenerkrankungen
  • Medikamente wie Betablocker und Cortison

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Symptome und Folgen von Hyperlipidämien

Hyperlipidämien sind an sich noch keine Erkrankung. Sie sind oft lange unbemerkt vorhanden und machen an sich keine Beschwerden. Das Problem sind vor allem die Schäden und Folgeerkrankungen, die sie auf Dauer nach sich ziehen können.

Schädigt Gefäßwände

Die erhöhten Blutfette, vor allem das LDL-Cholesterin, kann in zu hoher Konzentration nicht mehr von den Zellen aufgenommen werden und lagert sich an Gefäßwänden ab. Dadurch verengen sich diese nach und nach und die Durchblutung wird gestört. Hier spricht man von einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Diese wiederum kann zu Folgeerkrankungen führen. 

Folgeerkrankungen von Hyperlipidämie

  • Arteriosklerose (Arterienverkalkung)
  • Schlaganfall
  • Herzinfarkt
  • Pankreatitis (entzündete Bauchspeicheldrüse durch vor allem erhöhte Triglyceride)

Was hilft gegen Hyperlipidämie?

Neben der medikamentösen Therapie, die oft wirkungsvoll die Werte senken kann – diese besprichst du mit behandelnden Ärzt:innen – kannst du selbst viel tun, um die Werte dauerhaft wieder in einen gesunden Bereich zu bringen und Krankheiten vorzubeugen. So ist eine Ernährungsumstellung von großer Bedeutung. Diese sollte reich an Ballaststoffen sein, insbesondere solche, die in Vollkorn vorkommen wie Haferflocken, Hafer- oder Weizenkleie.

Außerdem ist eine Umstellung auf mehr Omega-3-Fettsäuren und die Senkung gesättigter Fette aus Fleisch, Wurst, Milchprodukten und fettigen Speisen hilfreich. Omega-3-Fettsäuren finden sich in Fisch, pflanzlichen Ölen wie Raps- oder Leinöl, als auch Walnüssen. Eine gesteigerte Bewegung durch Sport und Alltagsbewegung sorgt zudem für die Senkung von LDL-Cholesterin, dass sich die Blutgefäße weiten und auch der Blutdruck stabilisiert wird.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass sich eine Lebensstiländerung positiv auswirkt. Das Gute daran: Dieser kann gleichzeitig dazu führen, dass das Gewicht sinkt.

Quellen

[1] www.degs-studie.de

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