Saftkur: Zum Abnehmen geeignet?

Bei einer Saftkur ernährst du dich über einen festgelegten Zeitraum nur von Saft. Es gibt verschiedene Gründe, warum das sinnvoll sein kann. Wie Saftfasten funktioniert und ob es auch zum Abnehmen geeignet ist, erfährst du hier.

Was ist eine Saftkur?

Eine Saftkur, auch als Saftfasten bekannt, ist eine Form des Heilfastens. Heilfasten bedeutet für einen bestimmten Zeitraum, welcher variieren kann, bewusst auf Nahrung zu verzichten. Die Tradition des Fastens gibt es schon seit Jahrhunderten. Ursprünglich hatte der Verzicht religiöse Gründe. Durch die zahlreichen positiven Effekte auf Körper und Geist, ist in den letzten Jahrzehnten ein großer Hype ums Fasten entstanden und viele Menschen nutzen diese Möglichkeit, um ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden zu verbessern.

Fasten kann der Verzicht auf jegliche Nahrung – außer Wasser – sein. Der Verzicht kann sich aber auch nur auf feste Nahrung, auf bestimmte Lebensmittel wie Fleisch oder Inhaltsstoffe wie Zucker beziehen. Bei einer Saftkur gehört neben Säften und Wasser meistens auch Gemüsebrühe dazu.

Wofür ist eine Saftkur gut?

Eine Saftkur bietet dir die Möglichkeit, deinen Körper für eine gewisse Zeit zu entlasten. Das kann verschiedene Effekte haben – auf den Körper und die Psyche. Die Pause vom Essen unterbricht Essgewohnheiten und Muster und hilft dir, diese anschließend zu verändern. Manche Menschen nutzen die Saftkur als Einstieg in eine Ernährungsumstellung, andere wollen so ihre Verdauung und den Stoffwechsel regelmäßig, etwa ein- bis zweimal im Jahr, entlasten.

Gründe für eine Saftkur:

  •   entzündliche Erkrankungen wie Rheuma, Morbus Crohn, Colitis Ulcerosa lindern
  •   bei Fettleber: Leber „entfetten“
  •   Autophagie, das heißt körpereigene Zellreinigungsprozesse, ankurbeln
  •   „Pause“ vom Essen, um anschließend bewusster zu essen
  •   Einstieg in eine Ernährungsumstellung
  •   Blutdruck senken
  •   Immunsystem stärken
  •   Säure-Base-Gleichgewicht des Körpers unterstützen

Wichtig: Eine Saftkur ist kein Wundermittel. Sie kann bei bestimmten Beschwerden und Erkrankungen, wie Bluthochdruck und Rheuma, unterstützen, du solltest sie jedoch nicht als Allheilmittel betrachten.

Was passiert beim Saftfasten im Körper?

Beim Saftfasten bekommt der Körper zwar noch immer Energie durch die Säfte zugeführt, jedoch ist dies viel weniger als er gewohnt ist. Durch die geringe Energiezufuhr verändert sich der Stoffwechsel und greift auf seine Reserven zurück. Zunächst nutzt der Körper die Energie, die er in Form von Kohlenhydraten gespeichert hat und leert seine Reserven in Leber und Muskeln. Auch etwas Eiweiß wird beim Fasten aus den Muskeln abgebaut. Mit der Energiezufuhr aus den Säften lässt sich dieser Effekt jedoch etwas mindern.

Fettabbau beim Fasten

Was beim Abnehmen jedoch wirklich zählt, ist der Fettabbau. Vor allem Menschen mit Adipositas haben zu viel Körperfett, das auf Dauer zur Entstehung von Folgeerkrankungen beiträgt. Das Fett ist die größte Energiequelle des Körpers. Beim Fasten beginnt dein Körper etwa nach vier Tagen dieses abzubauen.

Positive Effekte des Saftfastens

Viele Menschen berichten von den zahlreichen positiven Effekten, die sie während des Saftfastens zu spüren bekommen.

  • mehr Energie
  • verbesserte Konzentration
  • hohe Vitamin- und Mineralstoffversorgung
  • weniger Körperfett und Gewicht
  • Stoffwechsel wird angekurbelt
  • besseres Gefühl für Hunger- und Sättigung
  • Sinne, wie Geschmacks- und Geruchssinn, werden geschärft
  • Verdauung wird entlastet
  • Entwöhnung von industriell verarbeiteten Produkten

Kann man mit einer Saftkur abnehmen?

Je nachdem wie lange die Saftkur andauert, kannst du hier ein paar Kilos verlieren. Dennoch ist Fasten keine Methode, mit der du nachhaltig dein Gewicht reduzieren kannst. Es gibt eine Reihe von Diäten, also speziellen Ernährungsformen, die dazu besser geeignet sind. Beginnst du nach der Saftkur wieder „wie gewohnt“ zu essen, ist das verlorene Gewicht oft schnell wieder drauf. Dennoch eignet sich eine Saftkur gut, um anschließend in eine gesündere Ernährung einzusteigen.

Digitale Adipositas-Therapie auf Rezept

Die beste Methode, um langfristig abzunehmen und das Gewicht auch zu halten, ist eine Ernährungsumstellung. Ohne eine grundlegende Veränderung der Essgewohnheiten hält der Abnehmerfolg in der Regel nur kurz. Über die App zanadio begleiten dich Expert:innen bei einer individuellen Ernährungsumstellung sowie in den Bereichen Bewegung und Verhalten.

Das Besondere: Die App erhältst du von deiner Ärztin bzw. deinem Arzt auf Rezept. Die Kosten dafür übernehmen für Menschen mit Adipositas, also einem BMI zwischen 30 und 40, alle Krankenkassen. Mit der App lernst du nicht nur, wie eine gesunde Ernährung aussieht, sondern auch, wie du deine Essgewohnheiten dauerhaft verändern kannst.

Welche Säfte sind für die Saftkur geeignet?

Für die Saftkur eignen sich vor allem Gemüsesäfte beziehungsweise Säfte mit einem hohen Gemüse- und geringen Fruchtanteil. Da in Obst, je nach Sorte, relativ viel Fruchtzucker enthalten ist, sollten dies immer nur einen kleinen Teil des Saftes ausmachen. In Blaubeeren und Himbeeren etwa ist sehr wenig Fruchtzucker enthalten, in Weintrauben und Ananas besonders viel.

Die Säfte für die Kur können entweder gekauft oder selbst hergestellt werden. Beim Kauf solltest du unbedingt zu hochwertigen Gemüsesäften aus den unten genannten Zutaten, am besten in Bioqualität, greifen. Wenn du einen Entsafter hast, kannst du Gemüsesäfte mit einem kleinen Obstanteil selbst herstellen. Mittlerweile gibt es auch viele Firmen, die ganze Saftkuren anbieten und damit Säfte für ein paar Tage oder eine ganze Woche im Paket liefern.

Geeignete Zutaten für das Saftfasten:

  • Karotten
  • Tomaten
  • Sellerie
  • Rote Bete
  • Gurke
  • Salate 
  • Blaubeeren
  • Erdbeeren
  • Himbeeren
  • Zitrone
  • Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Koriander, Dill etc.

In kleinen Mengen: Äpfel, Birne, Banane, Trauben, Orange, Nektarine, Pfirsich.

Vor der Saftkur: gut informieren

Wenn du eine Saftkur machen möchtest, solltest du dich genau informieren. Am besten ist es, die Kur mit einer Expertin/einem Experten an deiner Seite durchzuführen, etwa Ärzt:innen oder Ernährungstherapeut:innen, die mit dem Saftfasten Erfahrungen haben. Menschen mit Adipositas und Begleiterkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten immer ärztliche Rücksprache halten.

Ablauf der Saftkur

1. Vorbereitung

Du startest die Saftkur nicht direkt mit einem Saft, sondern legst zunächst zwei bis drei sogenannte Entlastungstage ein, in denen du deinen Körper auf die Kur vorbereitest. Hier isst du leicht Verdauliches, wie Suppen, Porridge, Reis oder Kartoffeln mit gedünstetem Gemüse. So kann sich dein Körper Schritt für Schritt an die neue Ernährung gewöhnen.

Zusätzlich entleerst du am Tag bevor du mit dem ersten Saft beginnst deinen Darm. Dies kannst du mit abführendem Glaubersalz aus der Apotheke tun. Hierzu nimmst du einmalig etwa 40 g auf einen Liter Wasser. Anschließend reichlich Wasser oder Kräutertee trinken. Achtung: Dabei kann es auch zu Durchfall kommen.

2. Die Startphase

In den ersten zwei bis drei Tagen stellt sich der Stoffwechsel um. Dabei kann es sein, dass unangenehme Erscheinungen, wie Kopfschmerzen, Schwindel und Schlappheit auftreten. Daher ist es sinnvoll, für den Start entspannte Tage auszuwählen und es ruhig angehen zu lassen.

Für die erste Saftkur ist es sinnvoll, Tage zu wählen, an denen du nicht arbeitest. Zudem kann es sein, dass Hunger auftritt. Dieser lässt meist im Laufe der Kur nach. In den ersten Tagen hilft es, sich etwas Gutes zu tun, wie spazieren zu gehen, zu lesen, zu entspannen und sich mit Dingen abzulenken, die Freude bereiten.

Tipp: Die Saftkur mit Freunden oder der Familie durchzuführen motiviert zusätzlich.

3. Die Saftkur

Während der Saftkur geht es den meisten Menschen gut. Nach den ersten Tagen kommt die Energie zurück, sie fühlen sich fit und wohl in ihrem Körper. Bewegung und Sport können hier gerne stattfinden. Da die Energiezufuhr sehr gering ist, empfehlen sich anstelle harter Workouts und Cardio-Trainings eher sanftere Sportarten wie Yoga, entspanntes Fahrradfahren oder Nordic Walking.

Was darf man sonst noch trinken?

Während der Saftkur sind neben Säften auch weitere Getränke erlaubt. Dazu zählen:

  •     Wasser
  •     Gemüsebrühe (fettarm)
  •     Infused Water, wie Wasser mit Zitrone und Minze oder Gurke und Limette
  •     schwarzer Kaffee

Tipp: Saftfasten ist auch eine gute Möglichkeit, eine Pause vom Kaffee zu machen.

Nach der Saftkur: Was soll man essen?

Die Saftkur wird nicht abrupt von heute auf morgen beendet. Wie zu Beginn versucht man den Körper langsam umzustellen. Nach ein paar Tagen mit Flüssignahrung, muss sich die Verdauung an feste Nahrung erst wieder gewöhnen. Die ersten zwei bis drei Tage startet man daher, wie bei den Entlastungstagen mit Suppen, Porridge und leichtverdaulichem gegarten Gemüse, Reis und Kartoffeln.

Wann sollte man die Saftkur abbrechen?

Es ist normal, dass du in den ersten Tagen nicht vor Energie strotzt und dich großartig fühlst. Hast du jedoch nach zwei bis drei Tagen das Gefühl, die Saftkur tut dir nicht gut, dein Blutdruck spielt verrückt, es treten Übelkeit oder starker Schwindel auf, ist es besser, die Saftkur abzubrechen. Grundsätzlich sollte eine Saftkur nicht länger als 14 Tage andauern. Wem das Saftfasten gefällt und wem es guttut, kann dies drei- bis viermal im Jahr wiederholen.

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junge Frau ist einen Schokoriegel am Laptop

Was sind eigentlich Essgewohnheiten?

Gewohnheit ist DAS Stichwort, wenn es um Ernährung geht. Genaugenommen ist unser gesamtes Essverhalten nichts anderes, als einzelne, aneinandergereihte Gewohnheiten. Die gute Nachricht: Sie können jederzeit verändert werden.

Intervallfasten

Nicht nur ein gesundes Gewicht lässt sich mit dem Intervallfasten erreichen: Die verlängerten Fastenpausen zwischen den Mahlzeiten haben zahlreiche positive Effekte auf den Körper. Alles, was du über das Intervallfasten wissen musst, findest du hier.

BMI-Rechner

Der Body-Mass-Index (BMI) ist ein Maß, um das Körpergewicht einzuordnen. Mit unserem BMI Rechner kannst du deinen Body-Mass-Index berechnen und so herausfinden, ob eine Adipositas besteht.