Ernährung nach Herzinfarkt

Nach einem Herzinfarkt ist eine Ernährungsumstellung entscheidend, um einem neuen Infarkt vorzubeugen. Mit der passenden Ernährung kannst du dein Herz stärken. Ebenso hilft eine herzgesunde Ernährung dabei, dauerhaft gesund zu bleiben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Herzinfarkt?

Erkrankungen des Herzens gehören zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ein überstandener Herzinfarkt ist für viele eine große Motivation, ihren Lebensstil und vor allem die Ernährung, zu verändern. Denn besonders das, was tagtäglich auf den Teller kommt, hat einen großen Einfluss darauf, wie gut das Herz geschützt ist.  

Mediziner sprechen bei einem Herzinfarkt auch von einem Myokardininfarkt. Dieser gilt als akute Komplikation der Koronaren Herzkrankheit (KHK), die auch als Arteriosklerose bekannt ist. In wenigen Fällen entsteht der Infarkt auch ohne vorherige Arteriosklerose.

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Vorstufe Arteriosklerose

Gefäßverkalkung durch ungesunden Lebensstil

Bei der Arteriosklerose handelt es sich um Verengung und Verdickung der Arterien (Blutgefäße), durch Ablagerungen (Plaques) aus Fett und Kalk entsteht. Diese entsteht über viele Jahre, durch unterschiedlichste Einflussfaktoren. Der Hauptgrund für die Ablagerungen ist eine unvorteilhafte Ernährung. Das heißt im Klartext, dass zu viele Kalorien, zu viel Fett und zu viele Kohlenhydrate gegessen werden. Bewegungsmangel ist bei den meisten Menschen ein weiterer Faktor, der das Entstehen begünstigt.

Kein Blutfluss zum Herzen

Lagern sich die Plaques in den Herzkranzgefäßen ab, können die Gefäße verstopfen, sodass kein Blut mehr hindurchfließt. Da das Blut Sauerstoff zum Herzen transportiert, ist das Herz durch den fehlenden Blutfluss unterversorgt – es kommt zum Herzinfarkt. Je schneller ein Herzinfarkt erkannt wird und Patient:innen versorgt werden, desto größer die Überlebenschance und die Wahrscheinlichkeit, bleibende Schäden zu vermeiden. 

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Anzeichen für Herzinfarkt

Wenn diese Symptome bei dir selbst oder jemand anderem auftreten, solltest du sofort handeln und auch im Zweifel immer schnell die 112 wählen und so den Rettungsdienst alarmieren.

  • Schmerzen und Druckgefühl im Brustkorb (die Schmerzen können auch in andere Körperteile, wie Arme und Beine, ausstrahlen)
  • Engegefühl in der Brust
  • Atemnot
  • Brennen im Brustkorb
  • Übelkeit, Erbrechen, Schmerzen im Oberbauch

Symptome bei Frauen

Frauenherzen sind nicht nur kleiner und schlagen damit in der Regel etwas schneller als Männerherzen, auch die Symptome des Herzinfarktes können sich unterscheiden. Bei Frauen sind die Anzeichen oft unspezifisch und zeigen sich durch

  • Schmerzen im Oberbauch
  • Atemnot
  • Übelkeit

Das typische Stechen in der Brust bleibt bei ihnen oft aus. Daher ist es wichtig, bei Frauen besonders aufmerksam zu sein. Bei einem sogenannten „stummen“ Herzinfarkt sind keine Symptome spürbar. Dementsprechend selten wird er frühzeitig diagnostiziert. 

Individuelle Adipositas-Therapie

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Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

  • Bluthochdruck
  • erhöhte Blutfettwerte (wie LDL-Cholesterin, Triglyceride)
  • Adipositas und Übergewicht
  • Stress
  • falsche Ernährung (zu viele Kalorien, zu viel Fett und zu viele Kohlenhydrate)
  • Bewegungsmangel
  • Diabetes mellitus
  • Rauchen
  • genetische Disposition, also erbliche Vorbelastung

Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt?

Der Herzinfarkt gehört zu den klassischen Folgeerkrankungen von Adipositas. Die Faktoren, die eine Entstehung von Adipositas begünstigen, erhöhen auch das Risiko für einen Herzinfarkt. 

Wie kann man einen Herzinfarkt vorbeugen? 

Die gute Nachricht: Die Maßnahmen, die beim Abnehmen helfen, wie eine Ernährungsumstellung und mehr Bewegung, senken gleichzeitig das Risiko für einen Herzinfarkt. Dies gilt für jegliche Folgeerkrankungen von Adipositas. Ob Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder Fettleber – wenn du deine Ernährung umstellst, dich mehr bewegst und dein Gewicht reduzierst, sinkt das Risiko für all diese Erkrankungen erheblich. Neben einer Ernährungsumstellung gibt es noch weitere Maßnahmen, die einen gesunden Lebensstil ausmachen, und so einem Herzinfarkt vorbeugen:

Gesunder Lebensstil gegen Herzinfarkt

  • herzgesunde Ernährung
  • Übergewicht abbauen
  • Stress reduzieren
  • mit dem Rauchen aufhören
  • Bewegung und Sport in den Alltag integrieren

Was kann ich nach einem Herzinfarkt essen?

Herzgesund essen heißt nicht, dass du nun auf alles, was dir schmeckt, verzichten musst. Eine einfache Grundregel lautet: Natürliche Lebensmittel, also alles, was aus der Natur stammt, bevorzugen und industriell Verarbeitetes nur noch in Maßen genießen.

1. Hohen Blutdruck senken und Gewicht reduzieren

Um die Gefäße zu schützen, ist es wichtig, den Blutdruck in einem normalen Bereich zu halten und zudem erhöhte Blutfettwerte zu senken. Für einen normalen Blutdruck müssen viele Menschen mit Adipositas Medikamente einnehmen. Das Gute am Abnehmen: Wenn du dein Gewicht reduzierst, sinkt der Blutdruck in der Regel gleich mit.  

2. Weniger Salz essen

Zudem hilft es, den Salzkonsum zu reduzieren und so etwa auf Chips, Flips und gesalzene Nüsse zu verzichten. Der Grund: Bei einem hohen Konsum wird vermehrt Salz im Körper eingelagert. So gelangt mehr Flüssigkeit ins Herz-Kreislauf-System und der Blutdruck steigt. Auch die Mahlzeiten weniger zu salzen unterstützt die Senkung des Blutdrucks. 

3. Alkohol und Zucker reduzieren

Ebenso solltest du Süßigkeiten, Kuchen, Kekse und alle stark zuckerhaltigen Produkte meiden, denn auch zu viel Zucker bzw. starke Blustzuckerschwankungen wirken sich negativ auf die Blutfettwerte aus. 

Ebenso ist Alkohol ein Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie Arteriosklerose, und Herzinfarkt. Alkohol begünstigt Bluthochdruck und entzündliche Prozesse in den Gefäßen, die Arteriosklerose fördern. Versuche daher, vor allem nach einem Herzinfarkt, so wenig Alkohol wie möglich zu trinken.  

4. Gute Fette bevorzugen

Um die Gefäße und das Herz zu schützen, ist es sinnvoll, tierische Fette, etwa aus Butter, fettem Fleisch und vor allem auch industriell hergestellte Transfette aus Gebäck und Fertigprodukten, zu meiden. Setze stattdessen auf gute ungesättigte Fette, wie z. B. Omega-3-Fettsäuren für flexible, gesunde Gefäße.

Gute Fettquellen für ein starkes Herz:

  • Fisch, vor allem fettiger Fisch wie Lachs oder Makrele
  • Leinsamen und Leinöl
  • Walnüssen und Walnussöl
  • weitere Nüsse wie Mandeln, Cashews, Haselnüsse
  • Hanfsamen und Hanföl
  • Chiasamen
  • Avocado

Erfolgsgeschichten

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Essen nach dem Herzinfarkt: Übersicht der Lebensmittel

Die Lebensmittel in der linken Spalte solltest du nach einem Herzinfarkt bevorzugen und die Lebensmittel in der rechten Spalte nur in Maßen genießen.

Geeignete LebensmittelUngeeignete Lebensmittel
Gemüse – mindestens zwei bis drei Portionen am TagSüßigkeiten wie Weingummi, Schokolade, Kuchen und Kekse
zuckerarmes Obst wie Beeren und Zitrusfrüchte wie Apfelsinen und Mandarinen: 1–2 Portionen am Tagzuckerreiches Obst wie Weintrauben, Bananen, Konserven mit Zukerzusatz, Smoothies und Säfte
Vollkornprodukte wie Vollkornbrot, -reis, und -nudeln Weißmehlprodukte, wie Weißbrot, Nudeln und Weißmehlbrötchen
Kartoffeln und  Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen, Haferflocken: 1–2 Portionen am TagPommes, Chips, frittierte Kartoffelprodukte, verarbeitete Teigwaren
In moderaten Mengen: Öle, die reich sind an ungesättigten Fettsäuren, wie Olivenöl, Rapsöl und Leinöl, ungesalzene Nüsse, SamenButter, Nussmus mit Zuckerzusatz, kandierte Nüsse, Sonnenblumenöl, Mayonnaise
Lachs, Makrele, mageres Hühner- und Putenfleischpanierter Fisch, Schweinefleisch, Salami, Leberwurst und weitere fettreiche, verarbeitete Wurstwaren
Wasser, ungesüßter TeeAlkoholische Getränke, Softdrinks
frische Kräuter und GewürzeSalz, salzhaltige Soßen (z. B. Sojasoße) Fertigsoßen
Eier in Maßen, das heißt etwa 3-5 Eier pro Woche

Rezepte für die Ernährung nach dem Herzinfarkt

Beispiel-Tag:

Omega-3-Frühstück

  • 3 EL Haferflocken (grob)
  • 200 g Joghurt (1,5 % fett)
  • 100 g Blaubeeren
  • ½ säuerlicher Apfel
  • 1 EL Leinöl
  • 1 EL Walnüsse

Mittag für ein gesundes Herz

  • 180 g Forellenfilet
  • 200 g Brokkoli
  • 30 g Reis (Rohgewicht) mit Kurkuma und Sesam

Herzgesunder pflanzlicher Kichererbsen-Eintopf

  • ½ Zwiebel 
  • ½ Knoblauchzehe
  • 1 Möhre
  • 100 g Tomaten 
  • ½ EL Olivenöl (zum anbraten) 
  • 50 g Kichererbsen (aus dem Glas) 
  • 50 ml Wasser
  • Messerspitze Ras el-Hanout, Cayennepfeffer, Harrisa-Paste 
  • 2 EL Saure Sahne (als Topping)

Diese Diäten sind geeignet nach dem Herzinfarkt

Grundsätzlich eignen sich alle Diäten, die viel Gemüse enthalten, Fleisch und andere tierische Produkte hingegen in Maßen und wenig beziehungsweise keine industriell hergestellten Produkte. Wenn du dich Low-Carb oder ausgewogenen ernährst, unterstützt du damit dein Herz und das Abnehmen.

Wichtig

Jede Diät sollte mit einer langfristigen Ernährungsumstellung einhergehen, um auch dauerhaft erfolgreich zu sein. Diese alleine durchzuführen ist oft gar nicht so leicht. zanadio unterstützt dich mit einem Ernährungs- und Bewegungstagebuch, personalisierten Empfehlungen, interaktiven Lerninhalten sowie einem qualifizierten Support auf deinem Weg.

Häufig gestellte Fragen

Welches Essen nach Herzinfarkt vermeiden?

Nach einem Herzinfarkt sollte auf industriell stark verarbeitete Lebensmittel verzichtet werden, denn sie enthalten häufig viel Zucker und Salz. Ebenso sind alkoholische und zuckerhaltige Getränke zu meiden.

Was sind gute Lebensmittel nach Herzinfarkt?

Zu den gesunden Lebensmitteln, die nach einem Herzinfarkt gegessen werden können, zählen natürlichen Lebensmittel, wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte. Gesunde Fette sind z. B. Oliven- und Rapsöl. Zudem sollten entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren, z. B. in Form von fettreichem Fisch, Leinöl und Leinsamen verzehrt werden.

Was ist herzgesunde Ernährung?

Bei einer herzgesunden Ernährung stehen natürliche Lebensmittel und entzündungshemmende Fettsäuren, sowie ungesättigte pflanzliche Fette im Vordergrund. Industriell hergestellte Lebensmittel sollten vermieden werden. Ebenso sollte in den meisten Fällen der Zucker- und Salzkonsum reduziert sowie auf tierische Fette weitestgehend verzichtet werden.

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