Verhaltenstherapie bei Adipositas

Bei der Behandlung von Adipositas, also starkem Übergewicht, ist das Ziel eine langfristige Gewichtsreduktion. Diese erfolgt durch nachhaltige Änderungen des Essverhaltens. Hier kann eine Verhaltenstherapie eine hilfreiche Unterstützung sein.

Inhalte

1. Schritt: Adipositas erkennen

Starkes Übergewicht wird in der Medizin als Adipositas bezeichnet. Die Adipositas gehört zu den chronischen Erkrankungen und ist durch eine übermäßige Ansammlung an Körperfett zu erkennen. 

Body-Mass-Index (BMI) als Indikator 

Um das Körperfett beziehungsweise das Körpergewicht zu kategorisieren, verwenden Ärzt:innen den Body-Mass-Index (kurz BMI). Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besteht Adipositas ab einem BMI von 30. Der Index errechnet sich aus dem Gewicht und der Körpergröße.

Body-Mass-Index-Klassifizierung

BMIAdipositas-Grad
25 bis 29,9Übergewicht oder Präadipositas
ab 30Adipositas Grad I 
ab 35 Adipositas Grad II 
ab 40 Adipositas Grad III (Adipositas per magna)

BMI ausrechnen

Wenn du deinen BMI ausrechnen und erfahren willst, ob dein Gewicht im Bereich der Adipositas liegt, kannst du dafür ganz einfach unseren BMI-Rechner nutzen.

Bist du von starkem Übergewicht betroffen?

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2. Schritt: Professionelle Behandlung von Adipositas

Bei Adipositas wird professionelle Hilfe angeboten und auch von der Krankenkasse bezuschusst. Wie konkret die einzelnen Maßnahmen der Therapie aussehen, kann je nach Grad der Adipositas sowie deiner persönlichen Situation und eventuellen Folgeerkrankungen unterschiedlich aussehen.

Verhaltensveränderung als Säule der Therapie

Neben der Ernährungstherapie und einer Steigerung der Bewegung, ist die Verhaltenstherapie eine wichtige Säule in der Adipositas-Behandlung. Die Kombination dieser drei Therapiesäulen wird auch als Multimodales-Konzept (MMK) bezeichnet. Ob eine Verhaltenstherapie für dich in Frage kommt, kannst du selbst entscheiden beziehungsweise mit deinen behandelnden Ärzt:innen besprechen.

Kosten der Verhaltenstherapie

Ob zudem die Kosten für eine Verhaltenstherapie von den Krankenkassen übernommen werden, hängt vom jeweiligen Einzelfall beziehungsweise deiner individuellen Situation ab. Denn die Diagnose Adipositas zählt nicht zu denjenigen Diagnosen, bei denen die Kosten für eine Psychotherapie – weder Verhaltenstherapie noch tiefenpsychologische Therapie – von der Krankenkasse getragen werden. 

Bedingte Übernahme der Krankenkasse

Eine Kostenübernahme findet nur dann statt, wenn eine zusätzliche psychische Erkrankung besteht, wie etwa eine Essstörung, Angststörung, Depression oder Anpassungsstörung. Bei Menschen mit Adipositas ist die psychische Belastung oft groß und weitere psychischen Diagnosen sind keine Seltenheit.

Bei manchen Menschen tritt in Kombination mit der Adipositas außerdem die sogenannte Binge-Eating-Disorder auf. Diese ist eine Form der Essstörung, bei der regelmäßig große Mengen Essen auf einmal gegessen werden und gleichzeitig ein Gefühl von Kontrollverlust und des „Fremdgesteuert-Seins“ erlebt wird. Auch hier würde die Krankenkasse eine Verhaltenstherapie bezahlen.

Neu: Digitale Adipositas-Therapie

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Digitale Adipositas-Therapie

Was passiert bei einer Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie hilft dir zum einen den Ursachen für das Übergewicht auf den Grund gehen. Also zu verstehen, wie das Übergewicht entstanden ist, warum es besteht und es möglicherweise schwer ist, es loszulassen. Das kann sehr hilfreich und erleichternd für den Prozess des Abnehmens sein. 

Das Hauptanliegen der Therapie ist es jedoch, Wege für dich zu finden, dein Verhalten so zu verändern, dass du nachhaltig abnehmen und dein neues Gewicht auch halten kannst. Das bedeutet, bestehende Gewohnheiten, die das Übergewicht aufrechterhalten, durch sinnvolle Alternativen zu ersetzen.

Ziele der Verhaltensveränderung bei Adipositas

Die Ziele der Verhaltenstherapie können sehr individuell sein, da die Lebensgeschichte, die entsprechenden Verhaltensmuster und Gewohnheiten jedes Einzelnen sehr unterschiedlich sind. In der Regel werden in der Therapie alle Themen bearbeitet, die aufkommen. Diese müssen nicht immer sofort erkennbar in direktem Zusammenhang mit der Adipositas stehen. Wenn es jedoch um die Verhaltensänderung in Bezug auf das Übergewicht geht, können hier grundlegende Ziele die folgenden sein.

Mögliche Verhaltensänderungen, die in der Therapie erarbeitet werden:

Altes VerhaltensmusterMögliche neue Verhaltensweisen
Bei Einsamkeit, Traurigkeit und anderen unangenehmen Gefühlen zu Süßigkeiten oder Chips greifenBei unangenehmen Gefühlszuständen Kontakt zu Freund:innen zu suchen, spazieren gehen, ein Bad nehmen, sich auf anderem Wege etwas Gutes tun
Unregelmäßiges Essen mit langen Hungerphasen am Tag, fehlende Organisation der Mahlzeiten, da der Gedanke besteht „Ich sollte sowieso nicht essen, ich will ja abnehmen.“Regelmäßige, sättigende Mahlzeiten, Essensplanung und Organisation, Erlaubnis zu essen
Sinnvolle Einkaufsplanung, u.a. nicht hungrig einkaufen gehenLeerer Kühlschrank, nach der Arbeit schnell mit Hunger unüberlegte Einkäufe tätigen
Schwarz-Weiß-Denken: „Wenn ich einmal wieder zur Schokolade greife, ist sowie schon alles egal. Dann habe ich versagt und das Abnehmprojekt ist gescheitert.“  Flexibles Essverhalten: „Ich darf mir ab und zu Süßigkeiten in Maßen gönnen. Das ist in Ordnung.“

Handlungsalternativen zu emotionalem Essen finden

Viele Menschen haben sich im Laufe ihres Lebens angewöhnt, bei negativ erlebten Emotionen mit Essen zu reagieren beziehungsweise diese damit zu regulieren. Für dieses Muster wird der Grundstein schon oft in der Kindheit gelegt, wenn etwa bei Traurigkeit oder Verletzung mit einem Eis oder Schokolade getröstet wird. In der Therapie kannst Handlungsalternativen finden, die du anstelle des Essens nutzen kannst und zudem Methoden zur Stressbewältigung.

Wer bietet Verhaltenstherapien bei Adipositas an?

Eine Verhaltenstherapie bei Adipositas bieten Psychotherapeut:innen für Verhaltenstherapie an. Bei behandelnden Hausärzt:innen kannst du eventuell nach Listen mit Adresse fragen, ebenso in Psychiatrischen Ambulanzen. Über Suchmaschinen im Internet kannst du Psychotherapeut:innen in deiner Umgebung finden. Zudem gibt es Institute, bei denen Verhaltenstherapien angeboten werden von Psychotherapeut:inne, die noch in Ausbildung sind.

Muss es immer eine Therapie bei Adipositas sein?

Nein, ob du eine Verhaltenstherapie machen möchtest oder nicht, ist ganz dir überlassen. Ob dies sinnvoll beziehungsweise notwendig ist, ist individuell verschieden und hängt davon ab, wie es um deine psychische Gesundheit bestellt ist und zudem oft auch von dem Grad der Adipositas und wie lange diese schon besteht. Je höher der Grad und je länger das Übergewicht besteht, desto sinnvoller ist oft eine zusätzliche Verhaltenstherapie.

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