Magenverkleinerung bei Adipositas

Eine Magenverkleinerung kann Menschen mit extremer Adipositas bei der Gewichtsabnahme helfen, wenn andere Therapien keinen Erfolg bringen. Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, zahlt die Krankenkasse eine Operation. Wichtig: Die Ernährung muss dauerhaft umgestellt werden und es besteht eine lebenslange Nachsorge.
Adiposöse Frau bei Ärztin

Magen-OP: Wann ist sie sinnvoll?

Operative Eingriffe, die den Magen-Darm-Trakt so verändern, dass er nur noch kleine Mengen aufnehmen kann, werden als Adipositas-Chirurgie oder bariatrische Operationen bezeichnet. Sie können Menschen dabei helfen, dauerhaft ein gesundes Gewicht zu erreichen.

In den offiziellen Empfehlungen zur Prävention und Therapie von Adipositas, den sogenannten S3-Leitlinien, ist klar definiert, wann eine bariatrische Operation sinnvoll ist und wann nicht.

Wenn die in den Leitlinien definierten Kriterien bei Adipositas-Patient:innen vorliegen, sprechen Ärzte und Ärztinnen von einer „Indikation“ für den Eingriff. Liegen Gründe vor, die gegen eine Operation sprechen, besteht eine „Kontraindikation“.

Grundvoraussetzungen für Adipositas-Operation

Die Antragsteller müssen zwischen 18 und 65 Jahre alt sein und es darf keine Schwangerschaft bestehen. Eine Indikation, also einen Grund für die Operation, ist laut S3-Leitlinien gegeben:

  1. Bei Patienten und Patientinnen mit einem BMI ≥ 40 kg/m2 ohne Begleiterkrankungen und Kontraindikationen, wenn die konservative Therapie erschöpft ist.
  2. Bei Patienten und Patientinnen mit einem BMI ≥ 35 kg/m2 mit einer oder mehreren Adipositas-assoziierten Begleiterkrankungen wie u.a. Diabetes mellitus Typ 2, koronare Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, arterieller Hypertonus, Schlafapnoesyndrom, Asthma, wenn zusätzlich die konservative Therapie erschöpft ist.

Konservative Therapie ist Voraussetzung für Operation

Eine Voraussetzung für die bariatrische Operation ist die „Erschöpfung konservativer Therapiemaßnahmen“. Das heißt, die konservative Behandlung von Adipositas hat zu keiner ausreichenden Gewichtsabnahme geführt. Die konservativen Maßnahmen werden als sogenanntes multimodales Behandlungskonzept (MMK) zusammengefasst.

Therapie-Nachweise für den OP-Antrag

Dieses Konzept soll bei Adipositas zu einer nachhaltigen Umstellung des Lebensstils führen und diese wiederum zu einem gesunden Gewicht. Das MMK umfasst die Module Ernährungs-, Bewegungs- und gegebenenfalls auch Verhaltenstherapie. Das Problem in der Praxis: Angebote, die das MMK, das heißt Ernährung, Bewegung und Verhalten vereinen, fehlen. Menschen mit Adipositas müssen sich die passenden Angebote daher selbst zusammenstellen.

Ganzheitliche Online-Therapie auf Rezept

Eine Ausnahme ist die erste ganzheitliche Online-Therapie. Über die App zanadio begleiten dich Experten und Expertinnen persönlich auf digitalem Wege Tag für Tag. Die Adipositas-App gibt es auf Rezept – das heißt, deine Krankenkasse übernimmt die Kosten dafür.

Voraussetzung: Du hast eine diagnostizierte Adipositas, einen Body-Mass-Index zwischen 30 und 40, du hattest noch keine Adipositas-OP, du bist nicht schwanger und hast keine schweren Begleiterkrankungen.

Ernährungstherapie

Die Ernährungstherapie muss über einen Zeitraum von mindestens sechs Monate erfolgen. Sie muss durch Ernährungsmediziner:innen oder eine anerkannte ernährungstherapeutische Berufsgruppe, z. B. aus dem Bereich Diätassistentenz oder Ökotrophologie, durchgeführt werden. Der schriftliche Nachweis muss Angaben zu Frequenz sowie eine stichwortartige Beschreibung der erfolgten Maßnahmen und des Verlaufs beinhalten.

Bewegungstherapie

Den Nachweis zur Bewegung kannst du durch Mitgliedschafts- oder Teilnahmebescheinigung an Sportverein-, Fitnesscenter- oder Volkshochschulkursen erbringen. Zudem ist es möglich, schriftlich selbst zu versichern, dass mindestens zwei Stunden pro Woche Bewegung, wie zum Beispiel Nordic Walking oder Schwimmen, stattgefunden hat. Die körperliche Aktivität im ausgeübten Beruf, etwa in den Bereichen Landwirtschaft, Bauarbeiten oder Straßenbau, wird ebenso anerkannt.

Verhaltenstherapie

Aufgrund der oftmals langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz gestaltet sich der Nachweis hier für viele schwierig. Daher kann das psychiatrische Gutachten zum Ausschluss einer schweren psychischen Erkrankung und/oder einer behandlungsbedürftigen Essstörung, den Nachweis ersetzen. Dieses Gutachten muss dem Antrag auf Kostenübernahme der Krankenkasse beigefügt werden.

Ausnahme für Therapienachweis: BMI über 50

Alle Patienten und Patientinnen müssen vor einer Operation das MMK, das heißt eine Ernährungstherapie, Bewegungstherapie und gegebenenfalls Verhaltenstherapie, durchlaufen und schriftlich nachweisen, dass dieses nicht erfolgreich war. Erst dann kommt ein operativer Eingriff in Frage. Laut S3-Leitlinien gibt es jedoch auch Ausnahmen: Patienten und Patientinnen mit einem BMI ab 50 oder einer besonderen Schwere der Begleiterkrankungen, die keinen Aufschub der Operation erlaubt, müssen keine konservative Therapie nachweisen.

Überblick Operationsverfahren

Die gängigsten Verfahren haben wir hier zusammengestellt. Wenn du dich für eine Operation interessierst, kannst du dich direkt bei Kliniken, die Adipositas-Chirurgie durchführen, ausführlich informieren.

Operation
Operationsverfahren
Konsequenz
Dauerhafte Veränderung?
Magenbypass
Der Magen wird knapp unterhalb des Mageneingangs durchtrennt. Hier wird dann der Dünndarm angeschlossen
Geringeres Magenvolumen für Nahrung und hormonelle Veränderungen, die sich positiv auf Zuckerstoffwechsel, das heißt auch bei Diabetes Typ 2 und Insulinresistenz, auswirken.
Dauerhafte Veränderung des Magen-Darm-Trakts
Schlauchmagen
Ein Teil des Magens wird entfernt, sodass nur ein schlauchförmiger kleiner Restmagen bleibt.
Geringeres Magenvolumen und weniger Hunger durch hormonelle Veränderungen. Eher nicht geeignet bei Refluxerkrankung.
Dauerhafte Veränderung des Magen-Darm-Trakts
Magenband
Das Magenband wird um den oberen Teil des Magens gelegt und das Volumen so stark verkleinert.
Durch das geringere Volumen des Magens entsteht auch hier eine frühzeitige Sättigung.
Revidierbar, das heißt, das Magenband kann wieder entfernt werden
Magenballon
Ein Ballon aus Silikon oder Kunststoff wird in den Magen eingesetzt – meist per Magenspiegelung. Dort verringert er das Volumen.
Durch das geringere Volumen des Magens entsteht auch hier eine frühzeitige Sättigung.
Revidierbar, das heißt, Ballon kann wieder entfernt werden

Risiken der Operation

Jede bariatrische Operation birgt Risiken. Bei adipösen Menschen ist, je nach Grad der Adipositas, schon die Narkose riskanter als bei Normalgewichtigen. Auch vorhandene Begleiterkrankungen können bei der Operation vermehrt Herz- und Kreislaufprobleme verursachen. Das Risiko für Blutungen und Infektionen ist erhöht. Zu den jeweiligen Risiken der Operation müssen Patient:innen in der Klinik, die den Eingriff durchführt, umfassend aufgeklärt werden.

Studie: Anfälligkeit für Suchtmittel erhöht

Auch nach der Operation bestehen Risiken – nicht nur körperlich, sondern auch psychisch. So hat eine amerikanische Studie gezeigt, dass Menschen nach einer Adipositas-Operation tendenziell anfälliger für Suchtmittel wie Alkohol, Zigaretten und anderen Drogen sind. Aufgrund des kleinen Magenvolumens können viele nicht mehr, wie gewohnt, Stress und emotionale Zustände mit Essen kompensieren[1].

Adipositas-Chirurgie: Zahlt die Krankenkasse?

Ob die Kosten für eine bariatrische Operation übernommen werden, wird im Einzelfall von der Krankenkasse geprüft. Patienten und Patientinnen müssen dazu einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. Hierzu müssen die oben genannten Grundvoraussetzungen erfüllt sein.

Was beinhaltet der Antrag?

Mit dem schriftlichen Antrag werden verschiedene Dokumente eingereicht. Dazu gehört unter anderem ein Gutachten des vorgesehenen Adipositas-Chirurgen sowie ein psychiatrisches oder psychotherapeutisches Gutachten. Die Krankenkasse überprüft zudem die vorgesehene operative Maßnahme und die gewünschte Klinik. Zusätzlich muss nachgewiesen werden, dass die Nachsorge, das heißt die erforderliche Versorgung nach der Operation, sichergestellt ist.

Leben nach der Magenverkleinerung

Nach der Operation müssen Patienten und Patientinnen regelmäßig zur Nachkontrolle – die Zeitabstände zwischen den Terminen werden dabei immer größer.

Wie verändert sich der Körper nach der Operation?

Durch das kleine Magen-Volumen können Patienten nach der Operation nur geringe Mengen essen und müssen sehr gut kauen. Bei zu viel oder zu schnellem Essen, kommt es leicht zu Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Da bei einigen Operationsmethoden die Nährstoffaufnahme anschließend nicht mehr so funktioniert wie zuvor, müssen viele für den Rest ihres Lebens Vitamin- und Mineralstoffpräparate einnehmen.

Dauerhafte Ernährungsumstellung

Das Verständnis für die Folgen und auch die Einwilligung in die Nachsorge sind Voraussetzung für die Operation. Wichtig ist vor allem die Ernährungstherapie vorab und im Anschluss an die Operation. Die Ernährung muss nach dem Eingriff stark angepasst werden und die/der Operierte ganz genau darüber Bescheid wissen.

In der ersten Phase etwa dürfen Patienten und Patientinnen nur flüssige und pürierte Kost zu sich nehmen. Langfristig dürfen Alkohol, Fett und Zucker grundsätzlich nur in Maßen verzehrt werden, die Eiweißzufuhr ist besonders wichtig.

Gibt es Alternativen zur Magenverkleinerung?

Die erste Wahl bei Adipositas ist immer die oben beschrieben konservative Therapie. Erst, wenn alle alternativen Maßnahmen erfolglos sind, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Eine gute Möglichkeit ist für viele die ganzheitliche Online-Therapie von zanadio. Diese umfasst die drei Säulen, die jede Adipositas-Therapie beinhalten sollte: Ernährung, Bewegung und Verhalten.

Quellen:

[1] www.researchgate.net

zanadio - Die neue digitale Adipositas-Therapie
Tetje Mierendorf

Interview mit Tetje Mierendorf

Tetje Mierendorf ist Schauspieler, Moderator, Autor, Comedian und Synchronsprecher. Bekannt wurde er unter anderem durch die SAT 1 Doku-Soap „Mein großer, dicker, peinlicher Verlobter“. Zu diesem Zeitpunkt wog Tetje 180kg bei einer Körpergröße von 1,97m. Inzwischen hat er 68kg abgenommen. Hier berichtet Tetje, was ihn dazu motiviert hat, was schwierig und was hilfreich war und warum es Schwachsinn ist, 10kg in 2 Wochen abnehmen zu wollen.

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